Konvergenz macht TK-Firmen zum Sieger des Breitbandmarktes

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Einer Studie der Deutschen Telekom, der Hubert Burda Media und von Professor Bernd Wirtz zufolge wird das breitbandige Internet die Wirtschaft in Deutschland grundlegend verändern.

Der Markt für Informationstechnologie und Telekommunikation wird bis 2015 um zwei Drittel auf dann 223 Milliarden Euro wachsen. Gleichzeitig entsteht ein intensiver Konvergenz-Wettbewerb zwischen Branchen, die historisch getrennt waren.

Parallel dazu verändert sich das gesellschaftliche Leben der Deutschen zunehmend durch Online-Anwendungen, bei denen die Interaktion der Nutzer untereinander deutlich zunimmt. Im internationalen Wettbewerb läuft Deutschland Gefahr, bei innovativen Entwicklungen auf Basis der breitbandigen Gesellschaft den Anschluss an die USA und Asien zu verlieren.

Durch die Digitalisierung verändert sich aber auch der Wettbewerb. Firmen müssen nun mit branchenfremden Unternehmen um dieselben Kunden konkurrieren. Dabei soll nach Meinung der befragten Praktiker und Experten der Streit zwischen Telekommunikationsanbietern, Internet-Unternehmen, Medienhäusern und Kabelnetzbetreibern stattfinden. Jedoch sollen die Web-Firmen die beste Ausgangsposition haben, die Kabelnetzbetreiber die schwächste. Einstimmig waren sie demnach der Ansicht, dass gerade die Konvergenz aus Sprache und Daten dafür sorgen könnte, dass TK-Betreiber schlussendlich als Sieger dastehen und die größten Marktanteile haben werden.

Im einzelnen prognostizierten sie vor allem für Triple Play viel Zuwachs. Nach der Markteinführung erster Angebote in Deutschland erwarten sie für 2010 etwa 2,6 Millionen Nutzer von Triple Play-Angeboten, für 2015 7,5 Millionen Nutzer. Als wichtigste Bestandteile eines Highspeed-Triple Play-Angebotes nennen die Experten die IP-Telefonie (85 Prozent), einen Video-on-Demand-Dienst (78 Prozent), hochauflösendes Fernsehen (74 Prozent) und ein integriertes Gateway für den Internet-Zugang sowie Internet-TV und IP-Telefonie (74 Prozent).

Einigkeit herrscht auch darüber, dass die neuen Anwendungen des Social Web das Internet verändern. 84 Prozent der Experten sind überzeugt, dass sich das Internet zu einem Medium wandeln wird, das in hohem Maße durch die Interaktion der Nutzer untereinander geprägt ist. Handlungsbedarf zeigt die Studie allerdings bei der Frage, wo Deutschland im Weltmaßstab steht, wenn es um Breitband geht. Im Innovationsranking führender Industrienationen landet Deutschland auf Platz sieben – hinter Südkorea, Japan, Singapur, den USA, Hongkong und Schweden. Europa an sich liegt hinter Asien und den USA – und wird diesen Rückstand auch bis 2015 nicht aufholen können. In keinem der großen Entwicklungsfelder breitbandiger Zukunftsdienste (Zugang, Inhalte, Kommunikation, Suche und E-Commerce) verorten die befragten Experten eine Mehrheit der innovativen Unternehmen in Europa. Die Studie kann online abgerufen werden.