Personalchef und Analysten bringen René Obermann unter Druck

Management

Der neue Telekom-Chef René Obermann präsentiert auf der Aufsichtsratssitzung an diesem Montag einen neuen Personalvorstand. Der Rücktritt des bisherigen Personalchefs Heinz Klinkhammer bringt Obermann jedoch in die Bredouille.

Der 60-jährige Klinkhammer gilt als amtsmüde und hatte seinen Abschied aus der Konzernspitze am vergangenen Freitag perfekt gemacht – zwei Jahre bevor sein Vertrag offiziell ausläuft. Konzernspitze und Aufsichtsräte hätten ihn vergeblich zum Bleiben überredet, berichtet das Handelsblatt und beruft sich dabei auf Konzernkreise.

Aussichtsreichste Kandidatin für Klinkhammers Nachfolge ist Regine Büttner – sie war bisher für die internationale Personalentwicklung der Telekom zuständig. Viele Mitarbeiter trauen ihr jedoch das Amt als Personalchefin nicht zu. Vor diesem Hintergrund bringt der Rücktritt des bisherigen Personalchefs Klinkhammer Obermann unter Druck.

Dieser wird auch noch dadurch verstärkt, dass der Neue an der Spitze der Telekom am Dienstag dem Aufsichtsrat darlegen will, wie er den Konzern wieder auf Erfolgsspur bringen will. Und mit welchem Team. Analysten warnen jedoch vor überstürztem Aktionismus.  

“Das permanente Restrukturieren und Reorganisieren bringt zu viel Unruhe in den Konzern”, sagte Jochen Reichert von SES Research dem Tagesspiegel. Ähnlich äußerte sich auch Frank Rothauge vom Bankhaus Sal. Oppenheim. “Dann wäre der Konzern, ohne viel zu erreichen, mehrere Monate nur mit sich selbst beschäftigt”, sagte er im Bezug auf eine Neuorganisation. “Das kann man nicht machen, wenn man die Wettbewerber im Nacken sitzen hat.”

Nach Reicherts Worten muss es zunächst das wichtigste Ziel sein, den Heimatmarkt zu stabilisieren. So sei es positiv, dass der Vertrieb von Mobilfunk und Festnetz bereits zusammengelegt wurden. “Aber die neue Produktstruktur von T-Com ist beim Vertrieb vor Ort noch nicht angekommen. Da werden noch zu viele Fehler gemacht.” Analyst Rothauge erwartet von Obermann, dass er jetzt aggressiver am Markt agiert: “Die Tarife müssen auf ein realistischeres Niveau sinken.”