Qimonda stoppt Produktion in Dresden

Management

In Dresden brodelt die Gerüchteküche. Es heißt, dass die Infineon-Tochter Qimonda am 1. Oktober 2007 die Produktion der 200-Millimeter-Siliziumscheiben einstellt. Dass Jobs wegfallen, scheint klar, lediglich die genaue Zahl steht noch nicht fest.

Die Kosten seien zu hoch, heißt es aus Firmenkreisen. Das bedeutet als erstes Arbeitsplatzabbau, auch wenn der Speicherchiphersteller gleichzeitig den Anteil der Leiharbeiter von 36 auf 50 Prozent erhöhen will, berichtet das Manager-Magazin. Das hat aber wiederum finanzielle Gründe.

Denn wenn man davon ausgeht, dass es Infineon nicht schafft, den Produktionsstopp im Werk mit anderweitiger Auslastung zu kompensieren, müssen Leute gehen. Das muss Qimonda zur Hälfte bezahlen. Die Erhöhung der Leiharbeitsquote würde den Hersteller in die Lage versetzen, zumindest die besten Mitarbeiter von Infineon im nächsten Jahr zu übernehmen und so Kosten zu sparen, heißt es auf der Internetseite ‘Infineon Dialog’ der Gewerkschaft IG Metall.

Die Information über die Schließung stammt angeblich vom Chef persönlich. Im Intranet des Unternehmens habe sich Kin Wah Loh ensprechend geäußert. Dass es voraussichtlich so kommt, habe er außerdem bereits im August angekündigt, schreibt die IG Metall. Das Infineon-Management behauptet danach, man verhandele noch über eine weitere Verlängerung der Speicherfertigung. Nichts sei entschieden, man sei zuversichtlich. Insgesamt sind dort etwa 2500 Mitarbeiter beschäftigt. Die Muttergesellschaft hält derzeit noch circa 86 Prozent der Qimonda-Aktien.