Cyber-Verbrecher arbeiten mit KGB-Methoden

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Dass die Jugendlichen von heute so selbstverständlich durchs Web surfen, wie wir früher zum analogen Festnetztelefon gegriffen haben, steht fest – neu ist allerdings die Erkenntnis, dass sich die Teenager stark vom Cybercrime-Kult angezogen fühlen.

Bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter greifen die Cyber-Kriminellen dabei auf Methoden zurück, die denen des KGB zu Zeiten des Kaltes Krieges ähneln, heißt es im diesjährigen McAfee-Bericht über das organisierte Verbrechen.

Demnach nehmen die verbrecherischen Organisationen Kontakt zu Elite-Studenten renommierter Universitäten auf und versorgen sie mit Informationen, die sie dazu benötigen, um High-Tech-Verbrechen im großen Stil zu begehen. Kinder mit Internet-Erfahrung würden sich bereits ab dem 14. Lebensjahr für Cybercrime-Themen interessieren, so ein weiteres Ergebnis der Untersuchung. Offenbar hat Cybercrime gerade in dieser Alterskategorie inzwischen eine Art Kult erreicht, dafür spricht auch der Prominentenstatus einiger Internet-Kriminellen.

Zudem lockt sie die Möglichkeit bei minimalem Risiko, schnelles Geld zu machen. “Je bekannter diese Tatsache ist, desto schneller wächst die Zahl der Cyber-Banditen. Da sich die Technologie ständig weiterentwickelt, nimmt auch die Zahl krimineller Handlungen zu”, so McAfee-Analyst Greg Day.

Ansonsten bestätigt die Studie, was im wesentlichen in den vergangenen Monaten verstärkt zu beobachten war – beispielsweise eine Zunahme an maßgeschneiderten Phishing-Mails, so genanntes Spear-Phishing. Außerdem haben es die Hacker zunehmend auf Social-Networking-Plattformen abgesehen, wobei sie auch vom zunehmenden Wildwuchs der Passwörter profitieren. Und auch, dass Botnets inzwischen zum Hacker-Standard gehören, verwundert wenig. Die Zusammenarbeit von Kriminellen im Open-Source-Bereich erzeugt dabei laut McAfee robuste und zuverlässige Botnets mit einem garantierten Return of Investment.