Oracle führt neue Lizenzmodelle ein

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Kurz nachdem Oracle mit den Quartalszahlen ein Gewinnplus von 21 Prozent verkünden konnte, hat das Unternehmen ein transparenteres Preismodell vorgestellt, das der wachsenden Angebotsvielfalt des Herstellers gerecht werden soll.

Larry Ellison hatte in den vergangenen Jahren und Monaten eine überdurchschnittlich üppige Einkaufstour absolviert. JD Edwards, PeopleSoft, Siebel oder auch den Produkten der Oracle E-Business Suite liegen daher derzeit noch die historisch bedingten unterschiedlichen Preisberechungen zugrunde. Unternehmen müssen nicht selten einen externen Berater hinzuziehen, um sich in den komplexen Abrechungsmodellen zurechtzufinden. Zusätzlich verkomplizieren noch zahlreiche Technologien, die aus kleineren Übernahmen stammen, eine bedarfsgerechte Abrechung.

Oracle hat bei der Auswahl der Übernahmen vor allem darauf geachtet, den Konkurrenten SAP möglichst viele Marktanteile abnehmen zu können. Für jedes übernommene Produkt hat Oracle weiterhin Service und Support angeboten.

In einer Mitteilung von Oracle heißt es nun: “In der großen Zahl existierender und neu übernommener Produkte, bei denen jedes seine eigenen Lizenzmaßstäbe besitzt, sorgt das vereinfachte Oracle-Modell über alle Produkte hinweg für Konsistenz.” Dabei will Oracle für die verschiedenen Anforderungen der Anwender vier unterschiedliche Modelle anbieten.

Das erste nennt Oracle das ‘Component Model’. Hier kann der Anwender nach Bedarf die benötigten Lizenzen auswählen. Das ‘Custom Application Suite Model’ ermöglicht auf den Nutzer zugeschnittene Bundles von Anwendungen. Mit dem ‘Enterprise Application Model’ berechnen sich die Kosten nach Umsatz oder Mitarbeiterzahl des Unternehmens. Unternehmen dürfen hier Anwendungen ohne Beschränkungen verwenden.

Speziell an kleine und mittelständische Unternehmen richtet sich das ‘SMB Model’. Hier adressiert Oracle Unternehmen, die weniger als 100 Millionen Dollar im Jahr umsetzen. Neben Gebietsschutz bietet Oracle auch zusätzlichen Support durch Partner.

Zudem hat Oracle unter dem Namen ‘Transitions to Success’ ein dynamisches Preismodell entwickelt, dass sozusagen mit dem Unternehmen mitwächst. Oracle will für jede Entwicklungsstufe den richtigen Preis anbieten.

“Wir kombinieren das Beste aus den Lizenzprogrammen von Oracle, PeopleSoft, Siebel und JD Edwards, um unseren Kunden eine Vielzahl verschiedener flexibler Lizenzen zur Auswahl anzubieten”, erklärte Jacqueline Woods, Vice President, Global Pricing und Strategie bei Oracle. Diese Modelle sollen dem Anwender Transparenz und Einfachheit bieten. So könnten Anwender bestehender Produkte zum Beispiel auswählen, ob sie neue Produkte zu den alten oder zu den neuen Bedingungen erwerben möchten. Neuveröffentlichungen hingegen werde es nur mit dem neuen Preismodell geben, heißt es von Oracle. An den Preisen für den 24×7 Support ändere sich nichts.

Hersteller Oracle war in der Vergangenheit wegen der Lizenzpolitik kritisiert worden. Anwender bemängelten undurchsichtige Strukturen, komplexe Abrechungsverfahren und Konstrukte, die für die Unternehmen sehr teuer waren. Vor allem die Deutsche Oracle Anwendergruppe, DOAG, hatte die Lizenzpolitik des Software-Herstellers öffentlich angeprangert.

Oracle hatte dann in einigen Bereichen nachgebessert. Noch vor wenigen Wochen hatte der Hersteller versucht, die Wogen der Entrüstung mit neuen Regelungen zu glätten. Wirklich übersichtlich und einfach wurde es dadurch aber nicht, wie auf der letzen DOAG-Tagung augenscheinlich wurde. Kritik gab es unter anderem für die schlechte Qualität des Premium-Supports.

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