Redmond will ‘unsterbliches’ Storage patentieren lassen

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Microsoft macht wieder einmal mit einem Patentantrag von sich reden. Diesmal soll das US-Patentamt über ‘unsterbliche Informationsspeicherung’ befinden.

Seit der Einführung digitaler Medien, wurde zunächst in Archiven und immer mehr auch in Unternehmen die Frage laut, wie sich digitale Informationen dauerhaft speichern lassen. Archive und Bibliotheken müssen schließlich auch für die nächsten 50 bis 100 Jahre vorsorgen. Nicht nur die Vergänglichkeit der Trägermedien oder die Flüchtigkeit der gespeicherten Informationen, sondern auch die dauerhafte Verfügbarkeit von Abspielgeräten wirft noch immer ungelöste Probleme auf.

Nun will sich Microsoft das Prinzip der ‘unvergänglichen Informationsspeicherung’ patentieren lassen, und irgendwie liest sich der Antrag ‘Immortal information storage and access platform’, wie ein Patent auf das Prinzip ‘Grabstein’ und die Idee könnte eigentlich auch aus Star Treck oder einer anderen Sciencefiction-Serie stammen.

In einem physischen ‘Artifact’ sollen Informationen gespeichert werden, erklärt Microsoft in dem Antrag. “Ein interaktives Werkzeug erlaubt dem Anwender, mit dem Artefakt zu interagieren, dass eine organische oder nichtorganische Entität symbolisch repräsentiert. Diese Entität, also ein Seiendes, könne eine Person, Tier oder auch eine Struktur sein. Thermik, Induktion oder auch Licht könnten laut Antrag den Prozess der Informationsabfrage im Artefakt antreiben. Natürlich braucht dieses Speichersystem der Zukunft eine Benutzerschnittstelle, darf jedoch keine beweglichen Teile wie Magnetbänder oder Festplatten aufweisen.

Hier sollen nicht nur die Daten selbst, sondern auch Meta-Daten, zum Beispiel über den Zeitpunkt der Speicherung sowie eine Beschreibung der Daten vorgehalten werden, um sie später auch wieder auffindbar zu machen. Dabei soll das Artefakt samt Zugriffsmöglichkeit ‘selbsterklärend’ sein. Über eine symbolische Repräsentation soll das Problem vermieden werden, dass Informationen alleine aufgrund der schieren Datenflut nicht mehr auffindbar sind.

Microsoft führt das Beispiel eines Grabsteins an. In dem neuen System würden nicht nur die Informationen des Verstorbenen gespeichert – symbolisch repräsentiert durch das Bild eines Grabsteins etwa – sondern zudem auch eine interaktive holographische Kurzversion über das Lebens des ‘Gespeicherten’. Über diese Form der möglichen Interaktion könnten künftige Anwender dieses Artefakts auch über andere Dinge, wie zum Beispiel ein Bauwerk informiert werden.