Microsoft wirft IBM Kampagne gegen Office Open XML vor

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Microsoft wirft IBM in einem offenen Brief vor, die ISO-Standardisierung des Redmonder Formats Office Open XML (OOXML) zu behindern.

Big Blue versuche, den Standardisierungsprozess zu eigenen Gunsten zu beinflussen, heißt es dort. Zusammen mit anderen Microsoft-Mitbewerbern favorisiert IBM das Format OpenDocument (ODF), das bereits bei der ISO standardisiert ist. Vor allem Teile der öffentlichen Verwaltung, darunter auch Behörden in Europa, unterstützen ODF, eben weil ISO-zertifiziert, und setzen es gerne für digitale Dokumente ein.

Die Kritiker von OOXML, allen voran IBM, halten das Format für technisch fehlerhaft und nicht so offen wie Microsoft propagiere. Immerhin werde es von dem Redmonder Softwarekonzern kontrolliert, monieren sie immer wieder.

Microsoft ist jetzt der Kragen geplatzt. In einem Interview mit Cnet wetterte Tom Robertson, General Manager for Interoperability and Standards bei Microsoft, gegen den Rivalen. Eine groß angelegte Kampagne gegen OOXML sei das und der Versuch, das Format bei der ISO aus den Köpfen der Gremien-Mitglieder zu streichen.

“Das ist doch Heuchelei. Einerseits fordert IBM von uns, Formate zu standardisieren und wenn wir es dann tun, setzen sie alles daran, unsere Bemühungen zu torpedieren”, sagte ein wütender Robertson. Der Hersteller sei auch der einzige gewesen, der gegen OOXML bei der Ecma International, einem weiteren Standardisierungsgremium in Europa, gestimmt habe.

Dort hat Microsoft dennoch die erste Hürde genommen. Bis vor ein paar Tagen hatten die Mitglieder der ISO in Folge der Ecma-Entscheidung Zeit, das Microsoft-Format zu kommentieren. Danach entscheidet sich, ob der Standardisierungsprozess fortgeführt wird. Big Blue schweigt in dieser Sache derzeit und will die nächsten Entscheidungen abwarten.