Siemens lobt ‘Saubermann-Preis’ aus

Enterprise

Der Siemens-Konzern will jetzt mit einem neuen Preis sein angekratztes Image aufbessern.

Der Saubermann-Preis soll künftig an Mitarbeiter von Siemens gehen, die sich um “die Integrität” verdient machen. Von Korruptionsvorwürfen, die bis in die obersten Chefetagen heranbranden, über eine jetzt hinzugekommene Ermittlung wegen der Beschäftigung von Leiharbeitnehmern, ist der Siemenskonzern wieder um eine Nachricht reicher.

Neben dem Preis für technologische Innovationen, soll es nun den ‘Compliance Award’ (Saubermann-Preis) geben. Das erklärte Michael Hershman dem Tagesspiegel am Sonntag. Hershman – als Mitgründer von Transparency International ein Fachmann in Korruptionsfragen – erklärte, dass es auch bald einen internationalen Ansprechpartner geben wird. Per Telefon können hier Mitarbeiter Beschwerde einreichen oder Rat einholen, wie sie sich richtig verhalten müssen.

Seit Dezember steht Hershman im Dienste Siemens und ist hier für die Abwehr von Korruption tätig. Hershman weiter: “Innovation war bisher der ganze Stolz von Siemens. Künftig steht Integrität auf der selben Stufe.“

Laut Informationen der Süddeutschen Zeitung soll das Management seit etwa 2003 Hinweise gehabt haben, dass das Unternehmen ausländische Beamte bestochen haben soll. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hingegen streitet alle Vorwürfe vehement ab.

Er habe keine Kenntnis von Schmiergeldzahlungen im großen Umfang gehabt. Er wolle nun selbst die Aufarbeitung aller Vorwürfe vorantreiben. Er sei über Einzelfälle im Rahmen der normalen Berichte von Juristen unterrichtet worden. An einen Rücktritt habe er “noch keine Sekunde gedacht”, bekräftigte Kleinfeld gegnüber der Bild-Zeitung.

Der Focus berichtet, dass die Finanzkontrolle wegen Schwarzarbeit möglicherweise ein Bußgeld in Millionenhöhe gegen Siemens erheben wird. Die zum Zoll gehörende Kölner Behörde ermittelt derzeit, ob bei der Beschäftigung von Leiharbeitern Steuern und Sozialabgaben hinterzogen wurden. Ein Siemenssprecher bestätigte ein Verfahren wegen eines Leiharbeiters in München.