AMD Dresden kommt mit Realtime Data Warehousing auf Vordermann

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Der kalifornische Softwarehersteller GoldenGate hat im sächsischen Dresden einen großen Deal bei der Chipfabrik AMD gelandet, die eigenen Angaben zufolge weiter ausbaut und inzwischen – mit Partnern – etwa 15.000 Familien dort ernähren soll.

“Was wir dort aufgebaut haben, ist nahezu Manufacturing on Demand”, fasste Sami Akbay, Vice President Marketing bei GoldenGate, gegenüber silicon.de zusammen. Die Firma hat schließlich eine Möglichkeit gefunden, durch Transactional Data Management (TDM) die oft langwierigen Batch-Prozesse aus der Datenintegration komplett auszuschneiden. Was dabei herauskommt, nennt die Firma “Realtime Data Warehousing” in den Datenarbeiten.

“AMD setzt jetzt für einen etwa siebenstelligen Betrag eine Perpetual License von GoldenGate ein”, sagte Akbay. Der Verkaufszyklus von nur vier Monaten sowie die Tatsache, dass der Vertrag bei laufendem Geschäftsjahr aus dem Budget heraus bewilligt wurde, zeigen ihm zufolge, dass der Schmerzpunkt bei AMD bereits überschritten war und dringend eine Lösung hermusste.

Dabei beschreibt er das Problem, an dem die Dresdner krankten, als gar nicht so ungewöhnlich: “Wenn Daten übertragen und bearbeitet werden sollen – hier sind es also Produktionsdaten bei einer 24-Stunden-Fabrik – dann geschieht dies normalerweise über einen Batch-Zyklus. Dieser erfordert aber meist, dass alle datenbringenden Systeme gestoppt werden müssen, um die Daten nicht zu korrumpieren, die abgelegt oder bearbeitet werden sollen. Veränderungen in dieser sensiblen Zeit sind kritisch, wie sich auch bei AMDs teilweise korrumpierten Datensätzen zeigte. Unsere Lösung macht eine Realtime-Kopie des gesamten Datenstandes der Produktion. Und die Analyse wird nicht gegen die eingefrorenen Daten, sondern gegen dieses ‘Live Reporting’ gefahren, die Prozesse laufen inzwischen weiter, die Störung fällt weg und der Overhead ist minimiert.”

Die Lösung diene damit ganz konkret der Optimierung der Berichts- und Überwachungsfunktionen bei der Produktion der Mikroprozessoren. Die fertigungsbezogenen Transaktionsdaten werden von der Kernanwendung, die auf einer DB2 von IBM ausgeführt wird, in eine Oracle-Datenbank sowie in ein speziell für die Chipbranche hergestelltes Berichts- und Überwachungssystem eingebracht. Akbay vergaß im Gespräch nicht zu erwähnen, dass Partner wie der Data-Warehousing-Marktführer Teradata sowie die großen Hersteller Microsoft und Oracle zum Erfolg beigetragen hätten. Doch mit dem Dresdner Abschluss hofft er durchaus auf weitere Kunden in Europa für die Firma aus San Francisco.