Microsoft soll Alcatel-Lucent Milliarden zahlen

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Der US District Court in San Diego hat Microsoft dazu verurteilt, 1,52 Milliarden Dollar (etwa 1,16 Milliarden Euro) an Alcatel-Lucent zu zahlen.

Hintergrund ist ein Patentstreit. Microsofts Windows Media Software verletze zwei MP3-Patente von Alcatel-Lucent, hieß es.

Die MP3-Technik wurde vor allem vom Fraunhofer-Institut entwickelt. Dabei kamen jedoch auch Patente für die Datenkomprimierung zum Einsatz, die von den US-amerikanischen Bell Laboratories gehalten werden. Die Bell Labs sind wiederum ein Teil von Lucent.

Lucent hatte in der Sache vor einigen Jahren Patentklagen gegen Dell und Gateway eingereicht. Seit April 2003 steht auch Microsoft auf der Angeklagtenliste. Dell und Gateway sind nach Angaben des Wall Street Journal weiterhin angeklagt.

Microsoft-Anwalt Tom Burt kündigte an, dass man Berufung gegen den Gerichtsbeschluss einlegen könnte. Microsoft habe das Nutzungsrecht der Technik für etwa 16 Millionen Dollar vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen erworben. Das Institut sei der übliche Lizenzgeber in der Branche.

Die Höhe der Strafzahlung sei empörend, hieß es von Microsoft. Das Gericht hatte zur deren Berechnung den durchschnittlichen Preis aller zwischen Mitte 2003 und 2005 verkauften Windows-PCs herangezogen.