Laser ersetzen Kupferkabel im Server

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Ein Start-up hat für das Problem des Datentransports innerhalb von Rechnern einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen.

Lightfleet verzichtet auf Kupferkabel oder andere Verbindungen wie sie sonst zwischen Chips in Grids, Clustern und Mehrwege-Servern üblich sind. Die Informationen, die zwischen den einzelnen Prozessoren und Speichern hin und her geschickt werden, laufen nicht durch ein Netzwerk, sondern über Licht. Dabei bündelt der Hersteller die Strahlen nicht etwa in einem Glasfaserkabel, sondern macht genau das Gegenteil.

Sender wandeln die Informationen eines Prozessors in Lichtsignale um und schicken diese durch eine Linse, die den Lichtstrahl bricht und in verschiedene Richtungen lenkt. Spiegel leiten diese diffusen Lichtsignale innerhalb des Rechners weiter.

Jeder Chip innerhalb des Rechners ist mit einem Empfänger verbunden. Der fängt über eine Linse die gesendeten Signale oder ein Kombination aus verschiedenen Signalen auf und wandelt diese wieder in digitale Daten um. So können alle Chips innerhalb des Systems miteinander simultan kommunizieren.
 
Mitte 2008 will das Unternehmen den ersten Server dieser Bauart mit 32 Dual-Core-Prozessoren von Intel auf den Markt bringen. Dieser Server werde dank der neuartigen Interconnect-Technologie wesentlich leistungsfähiger als andere Systeme sein, stellt der Hersteller in Aussicht.

“Wenn alles mit allem die ganze Zeit über verbunden ist, sind Dinge möglich, die vorher so nicht denkbar waren”, sagte John Peer, CEO von Lightfleet gegenüber dem Wall Street Journal. Probleme, die parallele Systeme bei der simultanen Verarbeitung von Daten haben, wie etwa Datenstau oder die Kollision von Informationen, sollen mit dieser Technologie wegfallen, heißt es von Lightfleet. Auf Komponenten wie Kabel, Switche oder Software, die den Datenverkehr regelt, könne ebenfalls verzichtet werden.

Das klingt nach einer viel versprechenden Technologie. Dennoch sehen viele Hersteller den Flaschenhals innerhalb von Servern nicht so sehr bei internen Verbindungen, sondern an den Schnittstellen der Prozessoren selbst. Zudem ist derzeit noch fraglich, ob Anwendungen und Betriebssysteme für diese neue Plattform umgeschrieben werden müssen.