DSL-Boom reizt zum Kampf der TK-Giganten

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Der anhaltende Breitband-Boom ruft die großen Anbieter und Infrastrukturbesitzer wie Deutsche Telekom und Arcor auf den Plan.

“Wir sind in Deutschland der führende Anbieter von Dienstleistungen der Breitbandkommunikation”, sagte Timotheus Höttges, T-Com-Vorstand der Deutschen Telekom auf der CeBIT. Er führte ein schnelles Netz mit einer Flächenabdeckung von “rund 93 Prozent und weit über zehn Millionen DSL-Kunden der Deutschen Telekom in der BRD” als Beleg dafür an.

Von der Technik aus gesehen setzte der Marktführer den Fokus auf die neuen Angebote, die zu VDSL hinführen, sowie die schnelle DSL-Technik selbst. “Mit unserem kombinierten Ausbau von VDSL und ADSL2+ schaffen wir bis Ende des Jahres die europaweit führende Infrastruktur für IPTV, Video on Demand und ähnliche breitbandintensive Anwendungen”, sagte Telekom-Chef Rene Obermann. “Wir werden Ende 2007 rund 17 Millionen Haushalte mit VDSL und ADSL2+ erreichen.”

Von mehr als 2 Millionen eigenen DSL-Kunden spricht hingegen Harald Stöber, Vorstandsvorsitzender bei Arcor. Diese Zahl sei ein Beweis, dass “Arcor mit dem bundesweiten Aufbau der eigenen Infrastruktur den richtigen Kurs eingeschlagen hat”. Und weiter: “In den vergangenen Jahren haben wir mehr als 2000 Hauptverteiler in über 400 Städten ans eigene Netz angeschlossen.” Er spricht davon, dass damit mehr als 50 Prozent der Haushalte der BRD jetzt schon mit eigener Infrastruktur erreicht würden. Die Tatsache, dass “in den nächsten Wochen bundesweit weitere 560 Hauptverteiler” angeschlossen würden, erhöhe diesen Prozentsatz auf 60 Prozent.

Die Investitionen, die allein in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres in diese Infrastruktur gesetzt worden seien, belaufen sich demnach auf 186 Millionen Euro. Doch Stöber gab keine Zahlen an, wie viele Kunden Arcor heute für diese Leitungen zählt.

Den Wachstumsmarkt DSL sieht er allerdings für den Wettbewerb dauerhaft blockiert durch das Verhalten der Deutschen Telekom beim Aufbau des schnellen Glasfasernetzes VDSL. “Wir fordern einen fairen Zugang zum VDSL-Netz der Deutschen Telekom, das diese nun ohne Regulierung aufbauen will; wir brauchen einen Zugang zum Glasfaserkabel; wir fordern die Deutsche Telekom auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und wir begrüßen die Initiativen und Klagen der EU-Kommission”, sagte Harald Stöber.

Ungerührt präsentierte sich die Telekom auf der CeBIT als Marktführer. “Bis Ende 2008 wollen wir insgesamt bis zu 50 deutsche Städte ans Highspeed-Netz VDSL bringen; ADSL2+ kommt noch in diesem Jahr in 750 Städte”, bekräftigte Telekom-Chef Obermann.