Software AG will europäische Software Alliance

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Karl Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG, stellte anlässlich der CeBIT neue SOA-Strategien vor. Dafür soll es bald auch eine neue, europaweite Initiative geben.

Der “Noch-Mittelständler”, der etwa 40 Prozent seines Umsatzes mit Lizenzen macht, will serviceorientierten Architekturen (SOA) in Europa mehr Schwung verschaffen. Neben der Vorstellung neuer Produkte wie der Verwaltungslösung ‘Active Governance Framework’ für die SOA-Suite ‘Crossvision’ geht die Software AG auch den Weg, die europäischen Hersteller aus ihrer Isolation zu holen. Die Lösung, die das Management auf der CeBIT beschrieb, heißt Coopetition.

“Wir wollen mit einer Software Alliance, ähnlich wie sie die Luftlinien mit der Star Alliance entwickelt haben, ein Gegengewicht in der Software-Welt schaffen, um den Großkonzernen, die vor allem aus den USA kommen und den Markt bestimmen, Paroli bieten zu können”, sagte Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG. “In Europa werden 26 Sprachen gesprochen, die Kulturen sind sehr verschieden und die Softwarefirmen sind vergleichsweise klein und spezialisiert. Sie haben gegen die Konzerne aus den USA keine Chance – ein solcher Zusammenschluss wie eine Software Alliance könnte das dauerhaft ändern.”

Dabei betonte er, dass die ersten Gespräche bereits gelaufen seien und noch dieses Jahr mit weiteren Mitteilungen zum Thema zu rechnen sei. “Außer SAP gibt es in Europa keinen Software-Player von globalem Ausmaß”, sagte Streibich. “Das liegt zum Teil daran, dass wir es hier vor allem mit Nischen-Playern zu tun haben, die sehr branchenfokussiert und vertikal arbeiten, ihr Portfolio bedient oft nur eine Branche umfassend. Die Großanbieter haben den Vorteil, dass sie generalisierter vorgehen und ihre Produkte weiter verbreitet sind.”

Und so sei der erste Schritt auf dem Weg zur Alliance, die Produktportfolios zu vereinheitlichen. “Wir wollen, dass nicht jedes mittelständische Unternehmen eine eigene Grundlagenforschung betreiben muss, sondern sich auf individuelle und kundennahe Innovationen konzentrieren kann”, sagte Streibich. In einem zweiten Schritt werde die Software AG auf die Akzeptanz von einheitlichen SOA-Standards drängen. “Nach bestimmten Kriterien werden wir viele Partner finden, in anderen Punkten werden selbstverständlich Rivalen bleiben.” Streibich erhofft sich von der “Star Alliance für die europäische Softwareindustrie” eine große Wirkung auf den globalen Gesamtmarkt.