Trend zum Freiberufler hält in der IT an

Management

Jedes dritte Unternehmen in Deutschland setzt bereits über zehn Prozent flexible Personalressourcen ein. Diese Tendenz steigt weiter, vor allem in der IT-Branche.

Denn jedes zweite deutsche Unternehmen hat im letzten Jahr den Anteil flexibler Personalressourcen erhöht. Das ist das Ergebnis einer aktuellen empirischen Studie, die der Personaldienstleister Hays AG bei der Bochumer Unternehmensberatung BRCG in Auftrag gab. Allerdings ist die Kostenfrage nur am Rande wichtig, nur ein Viertel der befragten Entscheider will demnach über den Einsatz flexibler Arbeitskräfte Kosten senken. Wesentlich wichtiger ist den Unternehmern, fehlende Personalressourcen zu überbrücken und spezielles Wissen zu akquirieren.

Nach Branchen gegliedert ergibt sich folgendes Bild: Vor allem Unternehmen aus der IT-, Automobil- und Maschinenbau-Branche sind demnach Vorreiter bei projektorientierten Arbeitsstrukturen. In der IT gibt es eine jahrzehntelange Freiberuflertradition, die bereits solide, eigene Personaldienstleister wie die Firma Gulp hervorgebracht hat. Hier werden Freiberufler und Zeitarbeitskräfte eingesetzt, bei Bedarf externe Spezialisten hinzugerufen, wenn es um die Umsetzung struktureller Änderungen geht. Wie die Hays AG mitteilte, sähen aber auch die Prozessindustrie sowie Banken und Versicherungen immer mehr Vorteile darin, diese flexiblen Arbeitsverhältnisse zu nutzen. Vorreiter ist aber die IT: Hier liegt der Studie zufolge der Anteil externer Spezialisten bei jedem dritten Unternehmen bereits bei über 30 Prozent.

“Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild. Die Flexibilisierung der Personalstrukturen ist in deutschen Unternehmen angekommen und in vollem Gang”, sagte Dieter Dürr, CEO von Hays. Demnach waren sich die befragten Geschäftsführer und Hauptabteilungsleiter von 175 deutschen Unternehmen einig, dass qualifizierte Fachkräfte mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss immer noch die attraktivsten Mitarbeiter seien. In jedem vierten Unternehmen hat deren Anzahl in den letzten beiden Jahren zugenommen, im Maschinen- und Anlagenbau sogar bei jedem zweiten. Eingesetzt werden die flexiblen Arbeitskräfte zu 90 Prozent bei Umsetzungstätigkeiten. Auch bei der Konzeptions- und Nachbereitungsphase nutzt jedes zweite Unternehmen externe Spezialisten.

Besonders zufrieden mit ihren flexiblen Personalressourcen waren die Entscheider aus der IT-Branche mit 75 Prozent. Insgesamt waren zwei Drittel aller Befragten zufrieden. 73 Prozent der Befragten zeigten sich demnach überzeugt, dass die Akzeptanz weiter steigt. Und 60 Prozent bejahten, dass freiberufliche Spezialisten die Perspektiven von Unternehmen erweitern.