Barcode mit bunten Dreiecken ergänzt

CloudEnterpriseServer

Microsoft hat einen Nachfolger für Barcodes entwickelt. Statt mit dicken und dünnen, schwarzen Balken codieren nun farbige Dreiecke die Informationen.

Ein Code-Label, ein Quadrat mit einer Kantenlänge von etwa einem halben Zentimeter, setzt sich aus 250 verschiedenfarbigen Dreiecken zusammen. Neben ästhetischen Vorteilen, so Microsoft, könne der High Capacity Color Barcode zudem mehr Informationen speichern.

Da dieser Code mit einer speziellen Farbe gedruckt werde, eigne er sich auch als Fälschungsschutz. Jedoch will Microsoft mit dieser Entwicklung den herkömmlichen UPC (Universal Product Code) nicht ersetzen, so Gavin Jancke, Director of Engineering in Microsofts Forschungsabteilung. Diese Technologie stelle lediglich eine Ergänzung dazu dar. Der Code sei zudem ausschließlich zur Kennzeichnung von Medien wie Filmen oder Computerspielen vorgesehen.

Die ISAN (International Standard Audiovisual Number International Agency) –  die Organisation koordiniert die Kennzeichnung audiovisueller Produkte – hat diese Technologie lizenziert, daher könnten bereits gegen Ende des Jahres die ersten DVDs mit dieser Kennzeichnung erscheinen.

Microsoft stellt sich vor, dass DVDs und deren Verpackung durch die neuen Kennzeichnungen mehr Sicherheit bieten oder eventuell auch Links zu Filmtrailern sowie anderem Bonusmaterial enthalten könnten. Allerdings hat der farbige Ansatz auch Nachteile: Zum einen werden farbig gedruckte Etiketten benötigt. Die Druckqualität muss dabei recht hoch sein, was die farbigen Codes für Lieferscheine und -etiketten nutzlos macht. Zum anderen können sie von Standard-Strichcode-Lesern nicht entziffert werden.

Die Erweiterung der Barcode-Idee erinnert an die gescheiterte Cuecat-Technik, mit der man Strichcode-Links in Druckprodukte einbetten konnte. Doch Jancke ist der Meinung, dass seine Erfindung länger leben wird: “Cuecat erforderte eine spezielle Hardware, die an einen PC angeschlossen sein musste. Der von uns entwickelte Code kann aber von Geräten gelesen werden, welche die Kunden bereits besitzen, etwa Webcams oder Handykameras.”