CIOs Mitschuld an Fehlentscheidungen der Führungskräfte

Management

Einer neuen Studie von Deloitte zufolge machen Führungskräfte die IT-Leitung mitverantwortlich für verpasste Wachstumschancen. Begründung: Die Chefetage erhalte nur unzureichende Informationen.

Als ein entscheidender Faktor wird generell die Kommunikation zwischen Unternehmensleitung und IT-Abteilung gesehen. Über ein Viertel der Führungskräfte berichtet, der IT-Leiter oder Chief Information Officer (CIO) habe große Schwierigkeiten, technische Probleme verständlich darzustellen und unternehmerische Prioritäten des Vorstandes zu berücksichtigen.

Es klingt ein bisschen nach Rache aus der Führungsetage. Denn nicht selten bemängeln Administratoren genau das gleiche, bloß in die andere Richtung. Von dieser Seite heißt es oft, Geschäftsführer interessierten sich nicht für die Schwierigkeiten und notwendige Verbesserungen in den IT-Kellern der Unternehmen. In der Regel wissen die Techniker beispielsweise um die Gefahren, die im Internet lauern. Sie kennen die Produkte für Intrusion Detection, Intrusion Prevention, Antivirus, Firewalls, es gibt genügend Lösungen, die das Netz sicherer machen können.

Das Problem ist, dass Investitionen in diesem Bereich nicht unmittelbar den Umsatz steigern. Das aber habe der Geschäftsführer im Sinn und bleibe daher zurückhaltend bis ignorant, wenn der CIO mehr Budget verlangt, heißt immer wieder.

Möglicherweise ist da aber noch etwas zu retten. Laut der Studie nämlich stimmen 66 Prozent darin überein, dass IT-Fragen von der Unternehmensführung diskutiert werden sollen – auch wenn das Thema bei nur elf Prozent der Führungskräfte auf der Agenda steht, wofür manche Chefs wiederum den mangelnden Informationsfluss und die angeblich kryptische Darlegungsweise der ITler verantwortlich machen. Das sei auch der Grund, warum nur 14 Prozent der befragten Führungskräfte vollständig über ihre IT-Strategie informiert zu sein, die über die Automatisierung von Geschäftsprozessen, Mails oder kundenfreundliche Internetoberflächen hinaus gehe. Die Hälfte ist sogar der Meinung, die richtige IT-Strategie bringe entscheidende Wettbewerbsvorteile, heißt es in einer Mitteilung.

Warum sich bei der offensichtlichen Abhängigkeit beider Abteilungen scheinbar nur selten jemand ein Herz fasst und auf die andere Seite zugeht, ist um so mehr verwunderlich, wenn man folgende Zahl hört: In Unternehmen, in denen der Vorstandsvorsitzende aktiv die Diskussionsverantwortung zur IT-Strategie übernimmt, sind nahezu 90 Prozent der restlichen Vorstände davon überzeugt, ausreichende Informationen zu erhalten, um die Einsatzmöglichkeiten der IT voll auszuschöpfen.