Rekordausgaben für deutsche Behörden-IT

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Bund, Länder und Kommunen haben im vergangenen Jahr so viel in IT investiert wie nie zuvor.

Rund 16,6 Milliarden Euro hat die öffentliche Verwaltung 2006 in Informationstechnologie und Telekommunikation investiert und damit etwa 4 Prozent mehr 2005. Für das laufende Jahr erwartet der Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien) Ausgaben in Höhe von 17,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 3 Prozent. Diese Zahlen und Prognosen stammen von dem Marktforscher Techconsult.

“Informations- und Kommunikationssysteme gewinnen in der öffentlichen Verwaltung immer mehr an Bedeutung”, so Jörg Menno Harms, Vizepräsident des Bitkom. Harms begrüße diese Investitionen. “Denn ITK bildet das Rückgrat eines modernen, leistungsstarken und effizienten Staates.”

Am stärksten fragen Bund, Länder und Kommunen derzeit IT-Services nach. Dazu zählen unter anderem IT-Beratungsleistungen, aber auch das Outsourcing von IT-Systemen. Auf diesen Bereich entfielen allein 2006 etwa 6,2 Milliarden Euro. Für 2007 ist hier mit einem Zuwachs von weiteren 6 Prozent auf dann 6,5 Milliarden Euro zu rechnen. Die Ausgaben für Software (3,7 Milliarden Euro) sowie für Hardware wie Computer (2,4 Milliarden Euro) vervollständigen die Top-3 der am häufigsten nachgefragten Hightech-Produkte und -Dienstleistungen in 2006.

Zu einem zentralen Thema für die öffentliche Verwaltung haben sich insbesondere elektronische Bürgerdienste entwickelt. Möglichst viele Behördengänge sollen sich online erledigen lassen. So nimmt beispielsweise die Polizei in zehn der 16 Bundesländer inzwischen Strafanzeigen auch per Internet entgegen. Als Vorreiter gilt Nordrhein-Westfalen. Dort sind seit März 2004 mehr als 60.000 Strafanzeigen online eingegangen.

Trotz dieser ersten Erfolge: Insgesamt haben Deutschlands Ämter noch Nachholbedarf. Das belegt eine Studie im Auftrag der Europäischen Kommission zu den Internet-Diensten der öffentlichen Hand aus dem vergangenen Jahr. Im Vergleich der 15 EU-Kernländer landet Deutschland dabei auf dem 13. Platz. Nur Griechenland und Luxemburg schneiden in der Studie schlechter ab. Harms erklärte deshalb: “Elektronische Dienste sparen Kosten und verbessern den Service für Bürger. Eine Chance, die wir in Deutschland noch stärker nutzen müssen”.