In Tokio wird das Internetcafe zum Hotelersatz

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Tokio zählt zu den teuersten Städten weltweit und da sind oft kreative Wohnideen gefragt.

So haben sich die Einwohner Tokios schon lange an den Anblick von Familien in Pappschachteln gewöhnt. Diese ‘Schachtel-Menschen’ haben ihren Ursprung in den horrenden Mietpreisen der Stadt. Ist der Job weg, können die wenigsten ihre Wohnung halten. Nun entdecken die japanischen Wohnungssuchenden neben der Pappschachtel eine neue Alternative: Das Internetcafe.

Hier gibt es neben einem Internetzugang für etwa 20 Euro auch eine Mikrowelle, Dusche und jede Menge Mangas, das sind die japanischen Comics. Die Agentur Reuters hat einen jungen Japaner in seinem Alltag begleitet.

In der Früh steht er von seinem Klappstuhl auf und begibt sich zu verschiedenen gering qualifizierten Arbeiten, wie etwa Raumpflege oder einfachen Büroaufgaben. Abends kehr er dann in das Internetcafe zurück, um dort die Nacht zu verbringen. Takeshi Yamashita weiß nicht wie lange das noch so weitergehen soll, jedoch hoffe er auf einen allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung in seinem Land.

Er ist, was man hierzulande einen ‘Freeter’ nennt. Das Wort setzt sich zusammen aus dem englischen free und dem deutschen Arbeiter und bezeichnet so etwas wie einen modernen Tagelöhner. Und Yamashita ist nicht der einzige Freeter Tokios, der die Nächte in einem Internetcafe verbringen muss. Die Regierung plant nun eine Studie zu diesem Problem. Über mangelnden Zulauf können sich die Betreiber von Internetcafes in Tokio auf jeden Fall nicht beklagen.

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