Richterin im Fall Oracle vs. SAP tritt ab

Management

Die Verhandlungen über Oracles Spionagevorwurf gegen SAP haben eine überraschende Wende genommen.

In einer Mitteilung des Bezirksgerichts Nordkalifornien erklärte nun Richterin Maxine Chesney unerwartet, den Fall abgeben zu wollen. Sie erklärte, sie sehe sich selbst disqualifiziert. Daher “ziehe ich mich von dem Fall zurück und beantrage, ihn neu zu besetzen”.

Weitere Gründe nannte Chesney für ihre Entscheidung nicht, die für den Fall weitreichende Folgen haben könnte. Auf jeden Fall wird sich die Verhandlung durch den Rücktritt verzögern.

“Alle ausstehenden Anträge und alle Sitzungen die im Vorfeld der Verhandlung gehalten wurden, sind hiermit aufgehoben und müssen von dem neu eingesetzten Richter neu anberaumt werden”, erklärt Chesney.

Oracle wirft der SAP-Tochter SAP TmorowNow vor, dass Mitarbeiter sich über gestohlene Kundenidentitäten auf Oracle-Servern eingeschlichen hätten und hier an vier Tagen in Folge über 1800 vertrauliche Dokumente kopiert und getauscht hätten. “Im Ergebnis hat SAP eine illegale Bibliothek von Oracles urheberrechtlich geschütztem Software-Code und anderem Material gesammelt”, so Oracle in der der Klage.

SAP hat zwar bereits auf die Vorwürfe mit der Ankündigung einer internen Prüfung reagiert, hat sich jedoch vor Gericht noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. 

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