Sun-Chef Jonathan Schwartz will Open-Source-Projekte fördern

Management

Im Interview mit Stephen Shankland für News.com erläutert der Chef von Sun Microsystems, Jonathan Schwartz, wie er Open-Source-Projekte weiter fördern und es für kleinere Unternehmen leichter machen will, mit Sun ins Geschäft zu kommen.

Sich aus dem Schatten eines Scott McNealy heraus zu bewegen, ist keine einfache Aufgabe. Der Mitbegründers und langjähriger CEO von Sun war fast zwei Jahrzehnte eine Gallionsfigur für die gesamte IT-Branche. Jonathan Schwartz scheint der Coup dennoch gelungen zu sein: Seit er vor einem Jahr das Ruder übernommen hat, ist der Aktienwert von Sun um 28 Prozent gestiegen.

Doch das Unternehmen muss sich nach wie vor ernsten Herausforderungen stellen. So folgte dem starken Abschluss des Jahres 2006 ein schwacher Auftakt in 2007 mit einem Umsatz von nur 3,28 Milliarden Dollar und einem Nettogewinn von 67 Millionen Dollar.

Schwartz fördert mit Nachdruck die Open-Source-Programmierungen, vorzugsweise mit der neuen Version der General Public License (GPL). Er versucht sogar, Suns glanzloses Geschäft mit Speichern wieder aufzupolieren, indem er Programmierer engagiert, die an der Erstellung neuer Speichersoftware interessiert sind.

Während Suns JavaOne-Konferenz diesen Monat sprach Schwartz mit News.com über sein erstes Jahr und die Zukunft von Sun.

Stephen Shankland: Wie ist Ihre Einschätzung Ihrer eigenen Leistung im ersten Jahr?
Jonathan Schwartz: Das hängt ganz davon ab, woran man unseren Fortschritt misst. Bei einem mir sehr wichtigen Thema, der langfristigen Schaffung von Wert für unsere Entwickler und Aktionäre, schneiden wir sehr gut ab. Wir haben auch unsere technische Bedeutung wiedererlangt. Der weltweite Erfolg von JavaOne beweist, dass wir bei der Entwicklung von Network Computing eine bedeutende Rolle spielen. Der Erfolg der OpenSolaris-Community und die Tatsache, dass wir in den letzten zwei Jahren über acht Millionen Downloads generiert haben, ist eine Bestätigung für unseren Kurs. Zweitens, auch unsere Finanzen sehen recht gut aus. Wir haben unsere Bruttomargen, Umsatz und Gewinn erhöht. Es gibt aber noch viel mehr zu tun. Wir sind ein Unternehmen mit einem Umsatz von 14 Milliarden Dollar in einem 2 Billionen Dollar Markt. Da ist sicher noch mehr Wachstum drin. Wir können immer noch effizienter werden.

Shankland: Welche Note geben Sie sich?
Schwartz: Ich werde mir selbst keine Note geben. Die Note für mein Team spiegelt sich in unserem Aktienkurs wider – und dieser ist gestiegen. Vor zwei, drei Jahren sah das noch anders aus, aber heute schreibt uns niemand mehr ab.

Shankland: Ein Großteil des finanziellen Aufschwungs hängt sicher mit der Umsatzsteigerung durch den Kauf von Storagetek zusammen. Wie sieht es mit Projekten wie Solaris und der Open-Source-Software, Speicher und Sun Grid aus?
Schwatz: Erstens war unser Wachstum dieses Jahr rein organisch. Die Übernahme von Storagetek liegt bereits über ein Jahr zurück. Zweitens, die Bruttomarge hängt ab von der Effizienz im Unternehmen, den Produkten und dem Wert, den wir liefern. Wir werden weiterhin in Innovationen investieren. Ich behaupte, dass die finanzielle Gesundung von Sun nicht durch unser Servergeschäft, sondern eher durch den  Zuwachs im Solaris-Geschäft erfolgt ist. Solaris ist mittlerweile ein Maßstab in Sachen Sicherheit und Zuverlässigkeit im Web. Es gibt noch jede Menge Arbeit. Ich bin noch immer nicht zufrieden mit der Zugänglichkeit und Verfügbarkeit von Solaris für neue Entwickler und Studenten.

Shankland: Welchen finanziellen Effekt haben die Open-Source-Projekte? Sie zählen Downloads und die Erwähnung in Blogs – aber was bringt das letztendlich?
Schwartz: Jede Telekommunikationsfirma, die ich kenne, macht Verluste mit ihren Freisprechgeräten. Niemand würde je erwarten, dass deshalb dieses Geschäft eingestellt wird, da die Subventionierung der Freisprechgeräte mehr Kundschaft generiert. Ich denke, durch die Open-Source-Projekte stärken wir letztendlich Suns weltweite Bedeutung.

Shankland: Noch einmal, was ist das finanzielle Resultat?
Schwartz: Es gibt ökonomische Modelle, die das nachvollziehen können, aber ich kann Ihnen keine exakte Zahl nennen.