Bill Gates und Steve Jobs pinseln sich den Bauch

Management

Auf der D5-Konferenz treffen sich die ‘alten Herren’ der IT-Branche seit Jahren erstmals persönlich.

Es war ein Treffen der besonderen Art. Auch deshalb, weil sich Bill Gates, der Gründer von Microsoft, und Steve Jobs, Chef bei Apple, nichts bestimmtes zu sagen hatten. Und doch bekam der Zuschauer ein bisschen heraus, was der eine vom anderen denkt, heißt es doch, die beiden seien sich spinnefeind.

Immerhin stehen sie zwei großen rivalisierenden Unternehmen vor wie konkurrierende Produkte, wie die Betriebssysteme Mac und Windows oder die Musikplayer iPod und Zune zeigen. Anfang der 80er Jahre aber war man sich wohlgesonnen. 1984 beispielsweise, so ein Video-Einspieler vor dem Aufeinandertreffen, sagte der junge Gates, das der Macintosh-PC für Microsoft sehr wichtig sei. “Für 1984 gehen wir davon aus, dass Mac-Software etwa die Hälfte des Umsatzes für Microsoft ausmachen wird”, hieß es damals. Wie sich die Zeiten ändern.

Danach war nämlich Funkstille. Beobachtet hat man sich über die Jahre aber doch. “Bill hat die erste Software-Firma aus dem Boden gestampft”, sagte Jobs lobend. “Das Geschäftsmodell stellte sich als sehr erfolgreich heraus. Bill hat sich mit Software auseinandergesetzt, da hatten andere noch keine Ahnung, was das überhaupt ist”, so der Apple-Obere über den anderen. Gates hob die vor Jahren gereifte Idee von Jobs heraus, der Computer könne ein echtes Massenprodukt werden. “Toll, dass er das forciert hat”, so der Mann aus Redmond.

Jobs, eher der Redner im Vergleich zu Gates, nahm das Treffen irgendwie ernster und antwortete auch seriös auf die Fragen der Journalisten. Beispielsweise, dass Apple immer angekündigt hat, das personalisierte Internet in seine Strategie aufzunehmen, bisher aber wenig geschehen sei, während Microsoft Fortschritte gemacht hat. “Ich kann dem nur zustimmen. Wir haben Zeit verloren und müssen jetzt Gas geben.”

Gates rutschte während der Session immer unruhig auf seinem Stuhl herum, eben so, wie man ihn kennt. Steve und er würden sich jetzt schon so lange kennen, da mache es auch Spaß, nebeneinander zu arbeiten. Früher sei man oft die Jüngsten im Raum gewesen, heute meist die Ältesten. Jobs mache die Dinge einfach anders. “Wie Magie”, schwärmte er fast. Jobs wiederum mag angeblich die Vorstellung, dass Microsoft mit anderen Herstellern Partnerschaften pflegen kann.

“Woz [Steve Wozniak, die Red.] und ich bauten die Firma auf und machten alles alleine. Mit Partnern hatten wir nichts am Hut”, sagte Jobs. “Hätten wir ein bisschen von der Microsoft-DNA, hätten wir gleich zu Beginn einen noch besseren Job machen können.”

Zum Schluss blickte Gates noch in die Kristallkugel. Vieles, was heute noch Fiktion sei, werde in Zukunft wahr werden. Nur der Teleporter nicht – außer Steve habe da was in der Mache.