Großunternehmen stärken ihre CTOs

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Nach Angaben des Marktforschers Ovum erhalten CTOs (Chief Technology Officer) in Großunternehmen mehr Einfluss.

In Zukunft komme es für Großunternehmen weniger darauf an, sich durch spezielle Funktionen der Produkte von den Mitbewerbern zu unterscheiden, als vielmehr durch die Architektur der Produkte, sagte David Mitchell, Ovum Software Practice Leader.

Hintergrund des Kommentars ist, dass SAP Vishal Sikka zum CTO berufen hat. Sikka war zuletzt als Chief Software Architect für die Entwicklung der Anwendungsarchitektur und der Infrastruktur für die SAP-Produkte verantwortlich. In der neu geschaffenen Position des CTO verantwortet er die Technologie- und Architekturstrategie für das gesamte Portfolio des Herstellers.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf einer klaren und harmonisierten Roadmap für SAP-Produkte. Als CTO leitet Sikka zudem alle Aktivitäten rund um den Einsatz neuer Techniken und hat Einfluss auf die SAP-Forschung sowie deren Umsetzung in der SAP-Softwarearchitektur. Sikka berichtet direkt an SAP-Vorstandssprecher Henning Kagermann und leitet den neu gegründeten Bereich ‘Office of the CTO’.

Sikkas Berufung zeigt laut Mitchell den wachsenden Einfluss des CTO in großen Unternehmen. CTOs wie Sikka hätten die Aufgabe, sich um die Architektur der Produkte zu kümmern. Das sei besonders dann wichtig, wenn das Unternehmen über viele Produkte verfüge – sei es durch Eigenentwicklungen oder durch Zukäufe. Die Architektur mache die Flexibilität eines Produktes aus.

Das sähen immer mehr große Unternehmen so und setzten den CTO in einer zentralen Rolle ein, sagte Mitchell. Bei Microsoft sei Ray Ozzie CTO gewesen, bevor er Bill Gates als Chief Software Architect nachfolgte. Sun beschäftigte Greg Papadopoulos als CTO. Bei Oracle agierten Thomas Kurian und Edward Screven in einer CTO-ähnlichen Rolle, auch wenn diese von Oracle nicht so bezeichnet werde.