Oracle optimiert neue Datenbank 11g für Bilddateien

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In den letzten Jahren hat der Umfang, in dem Bilder oder Videos in Unternehmensdaten verwaltet werden müssen, deutlich zugenommen. Oracles neu vorgestellte Datenbank-Software 11g soll den daraus erwachsenden Datenmengen gerecht werden.

Laut Bob Shimp, Vice President Product Marketing, soll die neue Suite die Unternehmen besonders bei der Verwaltung ihrer immer mehr wachsenden Datenmengen unterstützen. Immerhin hätten die Kunden heute Terabytes an Daten zu verwalten. Doch das allein ist nichts neues. Shimp sagte auch, dass sich die Art der Daten genauso verändert habe. Von eher textbezogenen Daten gehe der Trend in Richtung Bilddaten, sogar Videos und gestreamte Inhalte müssten vorgehalten und verwaltet werden. Für Oracle heißt dies: dort arbeiten, wo Datenbanken an Speicheraufgaben und Content Management grenzt. Mit der neuen Suite soll dies gelungen sein. Die neue ’11g’ ist das erste Update nach mehr als vier Jahren.

Hier sollen vor allem zwei Neuerungen bestechen: Eine schnelle Implementierung von Anwendungen bringe Tempo in die Prozesse, die bessere Nutzung des vorhandenen Speichers erleichtere die nahtlose Arbeit. Mittlerweile arbeiten Unternehmen mit weitaus mehr Bilddateien, wie beispielsweise Karten, medizinischen Bildern, Fotos oder Videos. Und auch das Speichern und Verwalten von RFID-Daten müssen mehr und mehr Unternehmen in ihre Abläufe und ihre Technik integrieren. Diese Vorgänge soll 11g jetzt erleichtern.

Bei der Vorstellung nannte Andy Mendelsohn, Vizepräsident für Server-Technologie bei Oracle, noch einen anderen Aspoekt. Er will im Datenbankbereich Content Management (CM) als Ganzes als relevante Aufgabe verstehen, sagte er. Schließlich sei CM ein Haupttreiber für den Absatz von Datenbanken. All die zunehmend anfallenden unstrukturierten Daten im Unternehmen sollen dank den neuen Funktionen der 11g kein Hindernis mehr darstellen. Die grundverschiedenen Formate der Daten sollen mühelos zu finden, vorzuhalten und zu verwalten sein und sie können außerdem verschlüsselt werden, was dem Arbeitstempo der Suite ebenfalls keinen Abbruch tun soll. Auch die Datenkomprimierung und Data Guard, das im Falle eines Systemversagens Standby-Kopien der Daten zur Verfügung stellt, seien verbessert worden. Kein gutes CM ohne starke Datenbank dahinter, lautete seine Botschaft an das Fachpublikum. Business Intelligence-Funktionen, die weder die zugekauften Hyperion-Produkte stören noch die Suite zu sehr aufblasen sollen, werben einstweilen mit verbesserter Parsing-Funktion für XML um die Kundengunst.

Die Suite, die noch kein Preisschild trägt, nutzen zuerst die Linux-Anwender, denn noch in diesem Quartal soll eine Version für Linux auf den Markt kommen. Die Windows-Variante folgt. Charles Phillips versprach bald mehr Informationen zu den Plattformen, ohne sich auf einen Termin festlegen zu wollen. Ebenso dünnlippig zeigte sich das Management bei der Frage, wie die Kunden nach Einschätzung aus Kalifornien auf die Suite reagieren würden. Laut einer Oracle-Umfrage planen 35 Prozent der Kunden innerhalb eines Jahres umzurüsten, 53 Prozent allerdings wollen erst in einigen Jahren den Schritt zum Upgrade machen. “Es ist schwierig eine Vorhersage über den Upgrade-Zyklus zu machen. Aber wir sind optimistisch”, kommentierte Oracles President Charles Phillips.

Wenn sie es aber tun, soll eine neue Funktion die oft etwas holprige Migration erleichtern. Unter den mehr als 500 neuen Funktionen, die 11g an Bord hat, befindet sich auch Real Application Testing. Dieses Feature erlaubt quasi auf dem Trockendock das Austesten der gesamten Umgebung, die zuvor auf 10g lief. Mussten noch bei vorherigen Release-Wechseln sehr umfangreiche und langwierige Gesamttests durchgeführt werden, so verspricht die Funktion den einfachen Transfer der jeweiligen Peak Performances – in beide Richtungen. So sollen die System-Profis und Berater schneller herausfinden, wie sich die Umgebung nach der Migration verhalten wird.

Abschließende Aussagen der Kunden zur neuen Datenbank stehen noch aus. Sicher scheint aber, dass auch eine geringe Anzahl von Upgrades für Oracle viel Geld bedeutet. Schließlich bescheinigte Gartner Research den Kaliforniern etwa 50 Prozent Marktanteil bei den Datenbanken. Und Oracle macht derzeit, eigenen Angaben zufolge und trotz Applikationszukauf für Milliarden von Dollar, immer noch mehr als zwei Drittel des Umsatzes mit Datenbankgeschäften. Die Top-Manager ließen bei der Vorstellung durchblicken, dass 11g – vier Jahre nach 10g und zwei Jahre nach 10g Release 2 – wieder eine Zäsur sein und genug Kunden überzeugen soll, damit Oracle vor IBM und Microsoft die Nummer Eins im Datenbankgeschäft bleibt.