EU-Parlament plant europaweite digitale Bibliothek

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Der Ausschuss für Kultur und Bildung (CULT) des Europäischen Parlaments hat das Vorhaben einer mehrsprachigen europäischen Internet-Bibliothek ohne Gegenstimmen abgesegnet.

Der Bericht ‘i2010: Easy access to European cultural heritage’, in dem das Projekt detailliert beschrieben wird, stammt von der französischen EU-Abgeordneten Marie-Hélène Descamps. Darin ist die Rede von einem System, mit dem Benutzer in ganz Europa Zugang zu Sammlungen in anderen Sprachen erhalten sowie Suchanfragen analysieren, Ressourcen teilen und länderübergreifend zusammenarbeiten können.

Da aktuelle Publikationen noch urheberrechtlichen Schutz genießen, sollen zuerst ältere Bücher digitalisiert werden, insbesondere vor 1920 erschienene Werke. Das langfristige Ziel ist, alle Kategorien des kulturellen Erbes abzudecken, einschließlich audiovisueller Arbeiten. Der Bericht empfiehlt, nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten wie etwa Partnerschaften mit der Privatwirtschaft Ausschau zu halten, damit auch neuere Werke mit Urheberrechtsschutz aufgenommen werden können.

Die Annahme des Berichts durch das Parlament, die rechtlich zunächst unverbindlich ist, erfolgt als Reaktion auf das von der Europäischen Kommission 2005 ausgesprochene Ziel der Schaffung einer europaweiten digitalen Bibliothek als Teil der Initiative ‘Europäische Informationsgesellschaft i2010’, die zu Wachstum und Beschäftigung in der Medienindustrie beitragen und die Lebensqualität der EU-Bürger erhöhen soll. Diese Empfehlung der EU-Kommission geht wiederum auf einen Brief der Regierungen Frankreichs, Deutschlands, Ungarns, Italiens, Polens und Spaniens von Anfang 2005 zurück, in dem zur Errichtung einer europäischen Bibliothek aufgerufen wurde.