Konsortium The Green Grid als zu passiv gebrandmarkt

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Die Branchenkenner des Marktforschungsunternehmens Gartner haben das Konsortium ‘The Green Grid’ und seine Mitglieder scharf angegriffen, weil sie zu passiv seien.

Das Konsortium wurde gegründet, um Datenzentren transparenter zu machen, ihren Energieverbrauch zu messen und dann Möglichkeiten zu suchen, diesen industrieweit und verbindlich zu reduzieren. Diesen Ansatz verfolgten die etwa 80 Konzerne, die Mitglied des Gremiums sind, aber viel zu wenig oder zu halbherzig, so der Vorwurf.

Zu wenig verfolge das Konsortium demnach das Ziel, die Herstellersicht zu verlassen und die öffentliche Meinung und die Gesetzgebung zu beeinflussen. Die Macht dazu hätte es nach Ansicht der Analysten: An Bord der Leitung von The Green Grid sind schließlich Schwergewichte wie APC, Intel, Sun, IBM und Microsoft. Die Mitglieder sind in der gesamten IT-Lösungsherstellung beheimatet. Doch nicht einmal dies eine tun sie demnach: Die Diskussion über effektivere und sparsamere Energieversorgung im Datenzentrum anschieben und leiten.

Laut Gartner sollten die ”leicht grünen” Vordenker sich nicht nur im Rechenzentrum aufhalten, sondern auch die angrenzenden Umweltschutzbereiche mit bearbeiten. In dem Bericht ‘Toolkit: The Green Grid: A Paler Shade Of Green’ schrieben Rakesh Kumar, Simon Mingay, Michael A. Bell von Gartner, dass die Rolle und Effektivität des sechs Monate alten Gremiums hinter den Erwartungen der Branche herhinke. Zwar gehe The Green Grid holistisch vor, wenn es um den Serverraum direkt gehe. Von der Luftzufuhr über die Kühlung, das Gebäude-Design bis hin zu den IT-Geräten direkt werde in den elf bestehenden Arbeitsgruppen vieles besprochen.

Doch nicht einmal an die konkrete Umsetzung werde ausreichend gedacht. So sei es nicht vorgesehen, dass die dort vertretene Industrie sich eine Zeitleiste setze, bis wann sie welche der selbst gesetzten Kriterien erfüllt haben will; ferner seien die Anwender bisher komplett außen vor, als ob sie nichts damit zu tun hätten und nichts zu wissen brauchten; an die Standardisierung sei auch nicht gründlich genug gedacht worden, so dass bald Dutzenderlei proprietäre Umweltschutzgedanken nebeneinander her existieren müssten; die Verbindung zu den Gesetzgebern und zum Rest der Gesellschaft sei ebenfalls nicht vorgesehen – das alles werfen die Analysten dem Gremium vor. Das sei aber ein großes Manko. Schließlich sei das Rechenzentrum keine Insel, so die Argumente der Experten.