SOA in Deutschland auf dem Vormarsch

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Eine Befragung von IDC unter 228 deutschen Unternehmen hat ergeben, dass Kosteneinsparungen nicht immer die Hauptmotivation sind, auf eine Service-orientierte Architektur (SOA) zu setzen.

Vielmehr kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass zwar ein Großteil der Kosten auf die Integration der unterschiedlichen Applikationen entfalle, doch der Nutzen, den eine erhöhte Agilität der IT verspricht, im Vordergrund bei SOA-Entscheidungen stehe.
 
Es ist zu erwarten, dass SOA sich mittelfristig über alle Branchen ausbreitet und verstärkt in den Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen vordringt. Allerdings verbreitet sich SOA nicht so schnell in den Unternehmen, wie es die meisten IT-Anbieter anfangs erhofft hatten. “Bis vor kurzem haben die Anwender auf die Angebote der Anbieter mit Skepsis und Zweifel reagiert”, sagte Naujoks.

Die Einführung einer SOA erfolgt üblicherweise in mehreren Phasen. Entsprechend sehen Anwender SOA-Implementierungen als mehrjährige Projekte an. Am Anfang steht üblicherweise ein Proof-of-Concept-Projekt; beispielsweise die Einführung von SOA bei einer ausgewählten Anwendung, um dann bei Erfolg SOA abteilungs- und unternehmensweit einzuführen.

Zurzeit finden sich Implementierungen der unterschiedlichsten Reifegrade in den Unternehmen. “Während sich viele Unternehmen noch in der Planungs- und Evaluierungsphase befinden, sind andere Unternehmen mit ihren Projekten schon viel weiter und haben in einigen wenigen Fällen schon eine SOA-Plattform unternehmensweit eingeführt”, sagte Naujoks über die Umfrageergebnisse. Die Einbeziehung von Partnern, Lieferanten und Kunden in eine SOA-Initiative erwartet IDC für die Mehrheit der Unternehmen frühestens 2008, wahrscheinlich erst 2009.

Auffällig sei, dass sich die Dienstleister augenscheinlich immer noch schwer tun, das Thema SOA verständlich und nachvollziehbar zu kommunizieren. “Obwohl die Dienstleistungen einiger Anbieter stark darauf ausgerichtet sind, IT-Infrastruktur- und Support-Kosten zu senken. Sollte vielmehr die Kompetenz im Hinblick auf die erforderliche Umgestaltung der Geschäftsprozesse beziehungsweise die Vorgehensweise zur Identifizierung der erforderlichen organisatorischen Veränderungen durch SOA im Mittepunkt stehen”, riet Naujoks den IT-Dienstleistern.

SOA basierende Dienstleistungen, insbesondere auf den Gebieten Systemintegration und Consulting, werden zunehmend attraktiv für Service-Anbieter. Weltweit schätzt IDC den Markt für externe SOA-Dienstleistungen auf etwas mehr als 6,3 Milliarden Dollar in 2006. Dieser Wert soll sich bis 2010 auf 32,7 Milliarden Dollar verfünffachen.