Richter wird wegen Äußerungen auf MySpace gefeuert

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Ein stellvertretender US-Richter hat auf der Social-Network-Site MySpace seinem Ärger über Staatsanwälte mit Prügelfantasien Luft gemacht. Dafür wurde er laut Nachrichtenagentur AP umgehend wegen Voreingenommenheit entlassen.

Der im Distrikt Nord Las Vegas als stellvertretender Richter arbeitende Rechtsanwalt Jonathan McArthur hat sich demnach auf seiner Website auf MySpace seinen Ärger über Staatsanwälte von der Seele geschrieben, und sich dabei offensichtlich im Ton vergriffen. So soll er seinem Bedürfnis Ausdruck gegeben haben, einigen Mitgliedern so fest in den Hintern zu treten, dass er sich das Bein dabei brechen könnte.

Die Staatsanwaltschaft zeigte wenig Verständnis für den Frust des sonst als Strafverteidiger aktiven Kollegen. Sie forderte seine sofortige Abberufung. Diese erfolgte prompt mit der Begründung, eine vertrauensvolle Zusammenenarbeit sei nicht mehr möglich, weil die Äußerungen belegten, dass der stellvertrende Richter Vorurteile gegen die Staatsanwaltschaft hege.
 
McArtur reagierte mit Unverständnis auf seine Entlassung. So hätte er seine Bemerkungen nicht in seiner Rolle als Richter, sondern der als Strafverteidiger gemacht. Zudem entspreche die bildhafte Wortwahl Formulierungen wie sie etwa unter farbigen Sportlern durchaus normal seien, ohne übel genommen zu werden.