CNET-Journalisten verklagen HP

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Drei Redakteure von CNETs ‘news.com’ haben Hewlett-Packard verklagt. Die Journalisten waren von dem IT-Konzern ausspioniert worden, als dieser nach einem Informationsleck in der eigenen Chefetage suchte.

Die Klagen gingen am ‘California Superior Court for the County of San Francisco’ ein. Neben den drei genannten Journalisten Dawn Kawamoto, Stephen Shankland und Tom Krazit haben auch Kawamotos Ehemann, Shanklands Ehefrau sowie seine Eltern Klage eingereicht. Sie fordern Schadenersatz, die Bemessung der Höhe will ihr Anwalt Kevin Boyle aber dem Gericht überlassen. “Mit unserer Schadenersatzforderung wollen wir erreichen, dass HP und andere Firmen in Zukunft die Finger von solchen Maßnahmen lassen”, sagte Boyle.

Neben HP werden in der Klageschrift auch Patricia Dunn, ehemals HP-Chairman, sowie der ehemalige HP-Anwalt Kevin Hunsaker als Beklagte genannt. Dunn hat bereits in Folge der Vorfälle ihren Hut genommen, auch Hunsaker ist mittlerweile aus dem Unternehmen ausgeschieden.

HP wird vorgeworfen, die Journalisten sowie ihre Familienmitglieder vor rund einem Jahr via Telefon ausgehorcht zu haben. Dazu habe man Mitarbeiter von Telekommunikationsfirmen bestochen. Dieses Verfahren wird allgemein als Pretexting bezeichnet und ist zweifelsohne illegal. Die drei Kläger führen emotionalen Stress an und dass HP der kalifornischen Business-Ethik zuwider gehandelt habe, die “unfaire, arglistige und irreführende” Praktiken untersagt. Neben den CNET-Redakteuren waren auch die Privatleben von Redakteuren von BusinessWeek, The New York Times, The Wall Street Journal und Associated Press ausspioniert worden.

HP selbst hat die Vorwürfe bereits im September vergangenen Jahres bestätigt. Konzernsprecher Ryan Donovan erklärte nun: “Bereits seit vergangenem Herbst sagen wir, dass wir die Vorfälle bereuen. Wir haben uns bereits persönlich bei den Betroffenen entschuldigt. Um die Sache kurzfristig aus der Welt zu schaffen, haben wir den Reportern und ihren Familien ein substanzielles Angebot unterbreitet. Zudem haben wir Spenden für einen guten Zweck offeriert, das Ziel der Spende hätten die Betroffenen angeben können. Leider haben sie, anstatt unser Angebot anzunehmen, beschlossen, vor Gericht zu gehen. HP ist enttäuscht und wird sich nun verteidigen.”

HP hat in einer Zivilklage durch den Bundesstaatsanwalt von Kalifornien bereits zugestimmt, 14,5 Millionen Dollar Strafe zu bezahlen. Auch mit der Aufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) hat man sich im Mai verständigt. Strafverfahren gegen Dunn, Hunsaker und zwei weitere HP-Mitarbeiter sind zwischenzeitlich eingestellt worden.