SAP A1S bleibt geheimnisvoll

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Die SAP AG hat die neue Mittelstandslösung ‘A1S’ immer noch unter Verschluss. Die On-Demand-Software soll wie gehabt Anfang 2008 im Volumengeschäft auf den Markt kommen, am 19. September gibt es aber neue Details dazu.

Wie die Top-Manager Henning Kagermann, CEO, und Deputy-CEO Leo Apotheker in den USA bekannt gaben, werde das Update-Datum mit einem Event in New York gefeiert. Es gibt also kein Zurück mehr.

Die Mittelstands-Suite mit dem en Projektnamen ‘A1S’ soll von Anfang an im On-Demand-Modell angeboten werden. Das Service-basierte Paket könnte für SAP im Volumengeschäft einige Vorteile bringen. Zusammen mit dem Kooperationspartner IBM, der das Modell Software-as-a-Service massiv pusht, könnten die Walldorfer einzelne als Service definierte Prozesse günstig für kleinere Kunden zur Miete anbieten.

“Das Produkt wird laut Plan exklusiv gehostet werden”, sagte Kagermann anlässlich der Vorstellung der Quartalszahlen. Sobald die Suite läuft, soll sie kundenseitig als vollwertige Appliance fungieren. Das gebe den Kunden mehr Flexibilität. Außerdem sei an ihre Sicherheitsbedürfnisse gedacht worden, wobei nicht nur die Daten, sondern auch die Bereiche, auf denen sie liegen, getrennt von anderen Bereichen laufen sollen. “Unsere Kunden haben jederzeit die Möglichkeit, sich die On-Demand-Sache anders zu überlegen, die Fäden zu kappen und etwas anderes zu tun”, sagte er.

Apotheker bezog sich auf die SAP-Zählung, wonach 65 Prozent der SAP-Kunden konzernintern zum Mittelstand gerechnet würden. Die neue Lösung soll den Mittelstand mit schneller Einsetzbarkeit, und dem Modell, dass sie besonders schnell einen echten Nutzen daraus ziehen können, überzeugen. Dabei erlaube die Suite etwas, was er “SOA Evolution” nannte – die Hinführung des Mittelstands an Service-orientierte Architekturen (SOA). Konkreter wollten allerdings beide Top-Manager nicht werden. Die Kunden sind damit nicht recht viel schlauer als sie es bei der Ankündigung der Lösung Anfang des Jahres waren.

Es gibt Anzeichen, dass sich die Lösung direkt gegen die Konkurrenz von Salesforce.com wendet. Die rein gehosteten Lösungen des Anbieters sollten nach Ansicht des CEOs Marc Benioff, einem ehemaligen Weggefährten von Oracle-Chef Larry Ellison, bereits vor Jahren den Softwaremarkt aufbrechen und Kauf-Software überflüssig machen. Die Tatsache, dass Konzerne wie SAP heute On-Demand-Software anbieten wollen, und zwar auch dort, wo Salesforce stark ist – im Mittelstand –, scheint ihm recht zu geben.

Über ein noch weiter gehendes, geheimnisvolles Projekt, ‘B1S’, das augenscheinlich in Anlehnung an die Suite ‘Business One’ als On-Demand-Software für Kleinunternehmen konzipiert sein soll, gibt es keine neuen Informationen. Hier würden die Rivalen Microsoft, Sage und Lexware heißen.