IBM Lotus Sametime lernt telefonieren

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Mit dem Start der neuen Phase der ‘Unified Communications Strategy’ (UC2) hat IBM auf der Konferenz ‘VoiceCon’ in San Francisco Fakten geschaffen: Die Collaboration-Software ‘Lotus Sametime’ erhält Funktionen für Unified Communications.

Unter dem Produktnamen ‘Lotus Sametime Unified Telephony’ reicht der Konzern vor allem Telephoniefunktionen nach. Sie sollen die Suite von einer reinen Collaboration-Suite zu einer Kommunikationslösung machen, die alle Facetten moderner Unternehmensverbindungen beherrschen soll.

Dazu gehört vor allem die Integration der Telephonie in die Echtzeit-Teamarbeit, die mit den Sametime-Funktionen möglich sind. Die Erweiterungen sollen ab der neuen Version fester Bestandteil sein. Mit der Werkzeugkiste Unified Telephony sollen Unternehmen, die an Unified Communications interessiert sind und beispielsweise ihre Voice over IP-Lösungen (VoIP) mit Collaboration-Software verbinden wollen, eine einfache Möglichkeit dafür erhalten. Sie müssen allerdings das Sametime-Paket haben. Alte Versionen lassen sich updaten, teilte der Konzern mit.

Die Lösung umfasst dafür die Chance, unternehmensweit auch in großen Umgebungen folgende Funktionen für alle Mitarbeiter oder Gruppen von ihnen einzubinden: Incoming Call Management mit Alert-Funktion auf dem jeweiligen Desktop; über die Sametime-Kontaktliste präzise Echzeit-Anwesenheitsdaten, die über die Verfügbarkeit von Kollegen und die Medien, mit denen sie erreichbar sind informieren; Soft-Phone-Kapazität für jeden Desktop; Einbindung in unterschiedliche heterogene Backend-Landschaften und die Verknüpfung mit Anwendungen, die für die Kommunikation eingesetzt werden könnten.

Die Funktionsbreite soll es IBM-Kunden ermöglichen, Unified Communications zu nutzen, ohne ihre alten Lösungen ersetzen zu müssen. In diese Richtung gingen anlässlich der VoiceCon eine Reihe von Kooperationen, an denen auch IBM beteiligt ist, beispielsweise mit Siemens Enterprise Communications. Die Akzeotanzkurve scheint ihnen recht zu geben. Der Infrastrukturanbieter Dimension Data hatte vor kurzem eine Studie in Auftrag gegeben, aus der eine wachsende Priorität für Unified Communications hervorgeht: demnach haben 390 IT-Manager sowie 524 Endnutzer aus 13 Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, die USA, Länder des Asien-Pazifikraums sowie dem Mittleren Osten und Afrika Stellung bezogen. Laut der Studie betrachten Unternehmen Click-to-Dial-Funktionen auf Desktop-Rechnern (52 Prozent) sowie Presence-Management-Tools (42 Prozent) als ausgereifte Anwendungen und rechnen mit deren routinemäßiger Nutzung innerhalb der nächsten zwei Jahre.

Die meisten Unternehmen haben demnach bereits in die erforderliche Infrastruktur investiert, wobei 37 Prozent der befragten Unternehmen IP-Telefonie und 36 Prozent Videokonferenz-Systeme bereits einsetzen. Obwohl VoIP noch nicht in großem Umfang zum Einsatz komme, würden entsprechende Investitionen für die nächsten zwei Jahre erwartet. Die USA sind, der Studie zufolge, in der Übernahme der IP-Telefonie mit 60 Prozent führend, während im Mittleren Osten und Afrika diese Technologie nur von 13 Prozent der befragten Unternehmen eingesetzt wird. Ein großer Treiber sei demnach die Hoffnung auf wirtschaftliche Vorteile. Zu diesen zählen eine erhöhte Produktivität der Mitarbeiter, ein verbesserter Kundenservice sowie strukturbedingte Kosteneinsparungen. Zusätzliche Impulse erhalten die Unified-Communications-Systeme demnach auch durch den Trend zu Heimarbeitsplätzen und flexibler Arbeitszeitgestaltung in vielen Regionen der Welt.