Großinvestition in die deutsche Chip-Forschung

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Das Dresdner Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) baut seine Kapazitäten aus.

Am 10. September wurde der neue Reinraum eingeweiht. Dieser umfasst vier Ebenen mit 1500 Quadratmetern Fläche. Dort können auf 150-mm-Siliziumsubstraten Mikrosysteme und CMOS-Schaltkreise entwickelt und hergestellt werden – etwa für Mikrospiegel oder Laserprojektoren.

In die Modernisierung und Erweiterung des Fraunhofer IPMS sowie in den Bau des Reinraums haben EU, der Bund und das Land Sachsen 50 Millionen Euro investiert. Knapp zwei Drittel der Kosten trug die EU. Bund und Land steuerten je etwa 20 Prozent bei.

Das Fraunhofer IPMS gehöre zu den führenden Adressen für die Forschung und die Entwicklung von Mikro-Elektro-Mechanischen Systemen (MEMS) und Mikro-Opto-Elektro-Mechanischen Systemen (MOEMS), sagte Professor Hubert Lakner, Leiter des IPMS. “Durch das Angebot, eine Technologieentwicklung bis zur Pilot- und Vorserie zu bringen, werden Kooperationen für Industriepartner und Ausgründungen noch interessanter.”

Das Institut will zudem seine Expertise im Bereich Organische Leuchtdioden (OLED) ausbauen. So wurde jetzt der Bau des ‘Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden’ (COMEDD) gestartet. “Mit COMEDD etablieren wir ein europaweit führendes Zentrum für organische Halbleiter”, hieß es von Professor Karl Leo vom Fraunhofer IPMS. In das Center investieren EU, Land und Bund bis zum Jahr 2009 etwa 25 Millionen Euro.

OLEDs gelten als aussichtsreicher Kandidat für eine neue Generation extrem dünner und leichter Flachbildschirme und Beleuchtungen. “Das COMEDD bietet eine moderne Infrastruktur für die Forschung und die Pilot-Fertigung. So kann die Entwicklung auf dem Gebiet organischer Leuchtdioden, Mikrodisplays und organischen Solarzellen auch gegen die Konkurrenz aus Asien bestehen”, so Leo. Das komme vor allem deutschen und europäischen Unternehmen zu Gute.