Mainframe-Comeback, ein Rohrkrepierer?

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Probleme, wie Kühlung, Platz- und Stromverbrauch lassen die Dinosaurier der IT wieder in neuem Licht erscheinen.

Die Rede ist vom Mainframe. Probleme, die man aus der Welt von x86 kennt, scheinen den Schuh des CIO hier nicht zu drücken. Dennoch gibt es viele Stimmen, die die Boliden, die seit knapp einem halben Jahrhundert die Rechenzentren der Welt bevölkern, für eine vom Aussterben bedrohte Art halten.

Denn Technologien, wie Virtualisierung, Linux oder Multicore führen die x86-Welt immer näher an die Funktionalitäten, die man beim Mainframe seit Jahrzehnten gewöhnt ist. Allerdings in vielen Fällen eben deutlich billiger in der Anschaffung.

IBM und andere Hersteller jedoch verwahren sich gegen solche Einwände. IBM etwa rechnet nicht nur vor, dass ein Linux-Mainframe günstiger zu betreiben sei, als vergleichbare Standard-Server, sondern verkündet auch, dass der Umsatz bei den Großrechnern ‘System z’ durchaus zufriedenstellend sei.

Im Vorfeld der Konferenz Data Center World mehren sich nun die Stimmen, die den Mainframes ein echtes Comeback vorhersagen. So ist von Unternehmen die Rede, die 3500 Server auf 30 Mainframes konsolidieren. Auch IBM selbst wolle knapp 4000 produktive Server des Unternehmens auf etwa 30 Mainframes konsolidieren. Abseits solcher Großprojekte werden sich auch Architekturen durchsetzen, in denen Unternehmen das Rechenzentrum um mindestens einen Mainframe herum aufbauen werden. Eine Entwicklung, die jedoch noch in den Anfängen zu sein scheint. Seit dem Sommer wirbt IBM auf dem Portal ‘Destination z’ für die Migration auf den Mainframe.

“Auch ich höre immer wieder von solchen Erfolgsgeschichten”, so Dirk Schiller, Practice Leader Server Computing Solutions bei Computacenter, “nur kenne ich keinen einzigen unserer Kunden, der derzeit für neue Anwendungen neue Mainframe-Systeme kauft.”  Einige Mainframe-Anwender hätten jedoch Probleme, Applikaitionen auf anderen Systemen abzulösen und seien somit gezwungen, auf dem Mainframe zu bleiben und hier auch bestehende Systeme zu erneuern. Diejenigen, die aber Mainframes betreiben, “sind durch die Bank damit sehr zufrieden”, bestätigt Schiller. Weniger positiv ist jedoch Schillers Einschätzung über Linux auf dem Mainframe, wie es etwa von IBM mit ‘Linux on z’ propagiert werde. “Das ist nur von einem gewissen Erfolg, das passt nicht in allen Fällen perfekt zusammen und muss sorgfältig getestet und abgewogen werden”, erklärt Schiller.

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