Funkstille bei den Walrossen

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Auch Walrosse haben einen Migrationshintergrund und den wollten Forscher mit Hilfe von Tags erforschen, die von Satelliten aus kontaktiert werden.

Nun ist leider das letzte Walross vom Netz gegangen. Zuvor hatten die Forscher schon mit Problemen zu kämpfen. Es war nicht einfach, die Riesen im Westen von Grönland überhaupt mit den Sendern zu versehen.

Schließlich hat es doch geklappt. Jedoch konnte sich der Satellit nur mit zwei Sendern verbinden. ‘Walross 2’ hatte binnen wenigen Tagen mehr als 500 Kilometer zurückgelegt. ‘Walross 1’, eine Mutter mit Kalb, blieb jedoch eher einer Region treu.

Dennoch sind die Wissenschaftler nicht enttäuscht, dass nun auch der letzte Sender seinen Geist aufgegeben hat. “Wir sind froh, dass diese Satelliten-Tags so lange Signale senden konnten”, erklärt Erik Born, Biologe beim Greenland Institute of Natural Resource und Leiter des Walross-Projekts. 
 
Mit den gewonnenen Daten wollen die Wissenschaftler nun die Einflüsse von Ölabbau, Jagd und  Klimawandel auf das Verhalten der Tiere erforschen. Es sei klar gewesen, dass die Walrosse große Strecken zurücklegen, nun aber könne man genauer sagen, wo die bevorzugten Aufenthaltsorte der Tiere sind. Leider reichten jedoch die Daten nicht aus, um tatsächlich ein Migrationsmuster für die Tiere aufzustellen. Dennoch scheint es wahrscheinlich, dass sich die Tiere während des Sommers südlich der Insel Baffin aufhalten.

In den nächsten Jahren wollen die Forscher mit besseren und langlebigeren Tags die Beobachtung fortsetzen und das Bild vervollständigen. Anhand validerer Daten könnten zum Beispiel dann die Jagdbestimmungen und Abschussquoten im Sinne der Walross-Populationen verbessert werden. Was die Forscher schon jetzt zeigen konnten, war, dass sich die Tiere längere Zeit in nördlicheren Gebieten aufhalten konnten als gewohnt, weil diese länger eisfrei blieben.

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