EU: Noch kein grünes Licht für Google-Doubleclick-Fusion

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Die Wettbewerbshüter der Europäischen Union haben gestern mitgeteilt, dass sie in einer zweiten Phase die Übernahme von DoubleClick durch Google intensiver prüfen wollen.

Noch bis zum 2. April nächsten Jahres will sich die EU-Kommission Zeit nehmen um festzustellen, welche Auswirkungen die Heirat zwischen dem Suchgiganten Google und dem Werberiesen DoubleClick auf den Wettbewerb im Online-Werbemarkt haben wird.

Die Kommission will in dieser Zeit untersuchen, ob die Übernahme wie geplant oder nur mit Auflagen genehmigt werden kann. Auch ein Veto gegen das 3,1-Millarden-Geschäft ist nicht ausgeschlossen.

“Die ersten Untersuchungen der Kommission haben wettbewerbsrechtliche Bedenken auf dem Markt für Vermittlung und Bereitstellung von Online-Werbung ergeben”, erklärte die EU-Kommission am Dienstag. Die Ausweitung der Untersuchung sei aber kein Hinweis auf die mögliche Entscheidung der Wettbewerbshüter.

Auch in den USA wird der Übernahme von DoubleClick durch Google von den dortigen Kartellbehörden untersucht. Allerdings hat sich die Federal Trade Commission bisher noch nicht zu einem Zeitplan geäußert. Erst Anfang des Monats hatte der Kommissar Jon Leibowitz erklärt, man “arbeite so schnell, wie es die Komplexität dieses Themas erlaube”.

Google-CEO Eric Schmidt hat die EU für die Verschiebung kritisiert. “Wir sind selbstverständlich enttäuscht über die Entscheidung der EU-Kommission, die Untersuchungen über unsere Übernahme von Doubleclick zu verlängern”, sagte Schmidt in einer ersten Stellungnahme. “Wir werden unsere Zusammearbeit mit der Kommission fortsetzen um zu demonstrieren, dass Verleger, Werbende und Konsumenten von unserer Akquisition profitieren.”

Angesichts der abgesegneten Übernahmen der Mitbewerber hofft Schmidt auf eine zügige Entscheidung. “Wir wollen weitere Verzögerungen vermeiden, die für uns einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Microsoft, Yahoo, AOL und anderen bedeuten, deren Übernahmen im heiß umkämpften Markt für Online-Werbung bereits genehmigt wurden”, ergänzte Schmidt.