Vor der Rente: Der Transistor

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Vor etwa 60 Jahren legten zwei Wissenschaftler etwa im Zeitraum eines Monats den Grundstein für unsere moderne Industrie.

John Bardeen und Walter Brattain arbeiteten unter William Shockley in den Bell Labs während des “Miracle Month” an verschiedenen Experimenten, die schließlich den ersten Transistor hervorbrachten. Was als ungelenke Plastikkapsel, die mit Goldfolie umwickelt war, begann, ist heute aus keinem Rechner, Fernseher, Auto oder Flugzeug mehr wegzudenken.

Schätzungen gehen davon aus, dass in jedem modernen Hauhalt zwischen 50 und 100 Millionen Transistoren zu finden sind – wohlgemerkt ohne PC oder Digitalkamera. Nimmt man diese hochtechnischen Geräte noch in die Kalkulation mit auf, dann besitzt der durchschnittliche westliche Haushalt schätzungsweise eine Milliarde Transistoren.

Das Wort Transistor setzt sich aus den beiden englischen Begriffen Transformation und Resistor zusammen. Über eine geringe Steuerungsspannung lassen sich ohne mechanisches Zutun Spannungen regeln, umleiten oder Signale verstärken.

Die Grundlage für diese Technologie lieferte bereits 1926 Julius Edgar, ein Physiker österreich-ungarischer Abstammung  an der Universität Leipzig. Er war der erste, der Aufbau und Funktion eines Transistors beschrieb. Allerdings fehlten ihm entsprechende Materialien für die praktische Ausführung. Der Deutsche Oskar Heil trug anschließend in den 30er Jahren maßgeblich zur Entwicklung des Feldeffekttransistors bei.

Im Dezember 1947 entstand dann in den amerikanischen Bell Labs der erste funktionsfähige Bipolartransistor. Im Sommer 1948 wurde die Technologie zum Patent angemeldet. Zunächst musste sich die ersten Bauteile dieser Art gegen die damals dominierende Röhren-Technolgie durchsetzen. Röhren kommen heute fast nur noch in audiophilen HiFi-Anlagen, starken Sendeanalagen beziehungsweise in Gitarren- oder Bassverstärkern vor, wo sie durch eine wärmere Charakterisik bestechen.

Die erste kommerzielle Anwendung eines Tranistors – die, wie ihre großen Brüder, die Röhren, wie Glühbirnen zunächst in Glas eingeschmolzen wurden – hatten ihren ersten Auftritt 1952 in einer Hörhilfe. Zwei Jahre später kam das erste Transistor-Radio auf den Markt. 1956 entstand der erste Rechner auf Basis dieser Bauteile. In diesem Jahr erhielten die Ingenieure auch den Nobelpreis für ihre Leistung.

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