Reha-Camps sollen Internet-Junkies umerziehen

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Fast 90 Prozent der südkoreanischen Haushalte haben Zugang zu billigem, schnellem Breitbandinternet.

Mit der Verbreitung des Internets hat auch das Phänomen der Internetsucht schnell Fuß gefasst. Staatlich bezahlte Camps sollen nun den jungen Koreanern helfen, von ihrer Besessenheit loszukommen, berichtet die New York Times.

Es gibt sogar bereits Todesfälle, die sich auf Internetsucht zurückführen lassen: Einige Online-Gamer waren nach tagelangem ununterbrochenem Spielen vor Erschöpfung tot zusammengebrochen. Bis zu 17 Stunden lang können sich manche – meist männliche – Koreaner nicht vom Computer losreißen.

Laut Schätzungen sind 30 Prozent der unter 18-jährigen Südkoreaner internetsuchtgefährdet. Immer mehr junge Leute bleiben tagelang der Schule fern, um zu spielen. Bereits 2,4 Millionen Jugendliche zeigen tatsächlich Symptome von Internetsucht. Sie können nicht aufhören, sich am Computer die Zeit zu vertreiben, und bleiben immer länger online. Außerdem zeigen sich sogar Entzugserscheinungen wie Wut oder heftiges Verlangen nach Internetzugang.

Um der jungen Generation zu helfen, hat die Regierung 140 Beratungszentren und Behandlungsprogramme in Krankenhäusern eingerichtet. Zusätzlich gibt es seit diesem Jahr auch ein eigenes Camp, das wie eine Mischung aus Militärlager und Rehabilitationsklinik aufgebaut ist. Dort sollen die Jugendlichen lernen, wie ein Leben ohne Internet aussehen kann. Neben Gruppenaktivitäten gibt es Reitstunden, Töpferkurse und Sport.