TomorrowNow schließt eigene Support-Server

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Mit sofortiger Wirkung hat die SAP-Tochter TomorrowNow den Kundensupport im eigenen Haus und mit eigenen Computern eingestellt.

Nach Angaben von TomorrowNow wird der Third-Party-Maintenance-Service für die Peoplesoft-, JD Edwards- und Siebel-Systeme seit dem 21. November nur noch dann erbracht, wenn dieser auf den Systemen des Kunden und in dessen Räumen durchgeführt werden kann.

Diese Aktion folgt dem Exodus verschiedener Top-Manager von TomorrowNow am vergangenen Montag. Dabei ist noch immer nicht klar, wer zusammen mit dem früheren CEO Andrew Nelson das Unternehmen fristlos verlassen musste. Der Verkaufs-Chef für USA, Bob Geib gehört offensichtlich genauso dazu, wie der internationale Vertriebsleiter Nigel Pullan. In einem Telefongespräch mit wollte Geib keine näheren Angaben über die Hintergründe des Ausscheidens machen und verwies auf die lapidare Erklärung der Presseabteilung.

Die Umstrukturierung des Kundensupports wurde bereits Anfang November in einem Brief des damaligen CEO Andrew Nelson an die Kunden der SAP-Tochter angekündigt. Um mögliche Unterbrechungen bei den Supportleistungen zu vermeiden empfahl er seinen Kunden, eine eigene Support-Umgebung zu schaffen, die dann von TomorrowNow im Hause des Kunden genutzt werden kann. Allerdings hatte Nelson keinen Termin für die Umstellung genannt.

Der jetzt sehr kurzfristige und ohne weitere Vorwarnung erfolgte Ausschluss der Kunden von den TomorrowNow-Servern kann in Einzelfällen zu einer Unterbrechung der Support-Leistungen führen.

Mit diesem Schritt ist TomorrowNow jedoch auch einer Zusage nachgekommen, die SAP im August im Rahmen der rechtlichen Auseinandersetzungen um illegale Downloads von Oracle-Servern gemacht hat. SAP hatte damals die Überarbeitung der Download-Richtlinien angekündigt und erklärt, dass zukünftig alle Oracle-Updates für Peoplesoft, JD Edwards und Siebel nur noch im Hause des Kunden heruntergeladen werden.