Das wird nichts mehr: Wo ist der Tesla Roadster?

Management

Er war für dieses Monat versprochen – doch außer einem mittlerweile angejahrten Prototypen ist nichts von ihm zu sehen. Machen wir uns also nichts vor: es ist höchst unwahrscheinlich, dass der Tesla Roadster dieses oder nächstes Jahr tatsächlich über die Highways brausen wird.

Viel wahrscheinlicher ist es, dass das als Elektroauto angekündigte Cabrio mit einem Verbrennungsmotor ausgestattet in Kleinserie hergestellt wird. Wenn überhaupt. Denn die Ankündigungen zum ‘jetzt aber wirklich’-Verkaufsstart haben nach der x-ten Wiederholung an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Die technischen Hürden sind wohl doch (noch) zu hoch. BMW, Audi oder Mercedes hätten längst ihr Elektroauto auf dem Markt, wäre es denn machbar. OK, die hiesigen Hersteller haben auch Hybrid verschlafen – aber die Hybrid-Technologie ist genau wie der Elektromotor wenigstens zur Hälfte Marketing: Der Diesel verbraucht auf Langstrecken bekanntlich deutlich weniger Sprit als ein vergleichbares Hybrid-Gefährt.

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Die deutschen Hersteller setzen statt auf Batterien vorrangig auf Wasserstoff. Dieser Weg scheint ihnen machbarer, als hunderte von Akkus in einen Wagen zu quetschen. Die Riege der Manager wird also weiterhin weltweit im Mercedes S-Klasse oder dem BMW 7ener sitzen. Die Träume vom sportlichen aber grünen Fahren bleiben wohl Träume.

Dabei wäre ein Elektroflitzer gerade für IT-Manager ein wahres Prestigeobjekt gewesen. Bereits für den Sommer 2006 wurde die Erstauslieferung versprochen, danach folgten unzählige weitere Ankündigungen. Aktuell können potente und potentielle Kunden 5000 Dollar anzahlen, um sich das 2009er-Modell zu sichern. Wenn es denn kommt. Denn der Tesla scheint in erster Linie ein Marketing-Instrument zu sein, mit dem findige kalifornische Manager den Investoren Geld aus der Tasche ziehen. Eine kühne technische Vision bleibt er dennoch. Und angesichts versiegender Öl- und Gasquellen ist es eine notwendige.

Das Aufladen des Lithium-Ionen-Akkus soll mit Strom aus Kraftwerken oder Solar- und Windanlagen funktionieren. Der Ladevorgang des Akkus dauert 3,5 Stunden. Bei deutschen Strompreisen würde dies Kosten von 9 Euro bedeuten. Tankt man Benzin fürs gleiche Geld in einen Smart, kommt man maximal 100 Kilometer weit – und das ohne jeden Fahrspaß. Optional will der Hersteller ein Solaranlage für Hausdächer anbieten, über das sich der Tesla kostenlos wiederaufladen lassen soll. Laut Hersteller Solarcity liefert das Solarpanel genug Strom, um pro Tag rund 80 Kilometer zu fahren.

Wie gesagt: Eine kühne Vision. Daher wollen wir ihn uns trotz aller Unwahrscheinlichkeit etwas genauer ansehen: Der Tesla ist ein zweisitziger Roadster, der der Lotus Elise ähnelt. Das alleine macht ihn zum Magneten. Von der Elise hat er auch einige Teile geerbt. Doch eine Sache unterscheidet dieses Auto grundlegend von allen anderen: Der Tesla Roadster ist ein reines Elektroauto, ohne Auspuffrohr, Tank und Abgas. An ihm bastelt die kleine, 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning in San Carlos, USA, gegründete Autoschmiede Tesla Motors nun bereits seit Jahren.