Private Daten in Hunderten von Datenbanken

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Menschen hinterlassen zahlreiche Spuren in der digitalen Welt, andere Menschen sammeln diese Informationen in Datenbanken.

Alle Ratschläge über einen bewussten Umgang mit persönlichen Daten im Cyberspace scheinen hinfällig, wenn, wie jüngst in Großbritannien, detaillierte Daten über sämtliche Kindergeldberechtigte auf der Insel abhanden gekommen sind.

Seit geraumer Zeit beschäftigen sich britische Wissenschaftler mit der Verbreitung von persönlichen Daten. “Ein durchschnittlich ökonomisch aktives Individuum der westlichen Welt ist im Schnitt in 700 verschiedenen Datenbanken vertreten”, so Niamh Gallagher, Forscherin bei Demos, dem “Think Tank für alltägliche Demokratie”.

Gallagher nennt als Beispiel gegenüber der BBC, dass ein britischer Staatsbürger, reist er nach USA, gegen rund 30 verschiedene Datenbanken gecheckt wird. Zudem seien auch die Daten, die mit den beiden besagten CDs verschwunden sind, nicht eine einzelne Abfrage, sondern sie listen Informationen aus vielen unterschiedlichen Quellen.

Im Dezember will Gallagher zusammen mit ihrem Kollegen Peter Bradwell eine Untersuchung zu Thema ‘Teilen von persönlichen Informationen’ vorlegen. Aber schon jetzt sei klar, dass es für den normalen Menschen viel schwieriger sei, Daten nicht zu teilen, als diese für sich zu behalten.

Auch die Entscheidung, seine persönlichen Informationen mit einem Unternehmen zu teilen, könne weitreichende Folgen haben, warnt die Forscherin. Denn solche Einträge in eine Datenbank, könne das Unternehmen mit anderen teilen oder weiterleiten. Die Frage sei daher viel weniger, wem gebe ich meine Daten, sondern, wohin gehen dann diese Informationen, erklärt Gallagher.

Solche Informationen werden dazu verwendet, um einem Individuum ein bestimmtes Konsumverhalten, Kaufkraft oder einen bestimmten Lebensstil zuzuordnen. Experten wie Gallagher vermuten, dass sich der Trend zur Speicherung von Informationen künftig weiter verstärken wird, denn schließlich sind solche Daten einfach zu wertvoll. Als mögliche Folgen dieser Entwicklung werden Diskriminierung und Nachteile durch Fehlinformationen genannt.

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