SAP mit Hosted CRM und mehr Engagement für Retailer

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Das Produkt soll eine Aufholjagd gegen die Produktpalette von Salesforce.com und Siebels ‘OnDemand’ reiten.

Das erste Produkt für Hosted CRM von SAP kommt noch im Februar 2006. Das sagte Vorstandsvorsitzende Henning Kagermann anlässlich der Vorstellung der Quartalszahlen vergangene Woche. Das Produkt wird dann eine Aufholjagd gegen die Produktpalette von Salesforce.com und Siebels ‘OnDemand’ reiten, die bereits seit Jahren in dem Bereich CRM zur Miete aktiv sind.

Im allgemeinen macht SAP aber mit der bisherigen CRM-Strategie sehr gute Umsätze: Von 2004 auf 2005 steigerte das Unternehmen seine CRM-Lizenzzahlen um 20 Prozent. Die Investitionen im Bereich gehostetes CRM sollen sich aber vor allem im Bereich der Mittelständler niederschlagen. Hier plant SAP bereits mit verschiedenen Initiativen, darunter der ständigen Erneuerung der ‘Business One’ Suite, mehr Umsatz.

In eine ganz andere Richtung, nämlich die Arbeit mit Massendaten geht eine neue Funktionalität für Retailer. “Wir machen schon von Anfang an spezielle Warenwirtschaftssysteme für Retailer, seit etwa acht Jahren auf Basis von R/3, aber die neuen Bedürfnisse der Retailer verlangen End-to-End-Angebote”, sagt Peter Kabuth, Leiter des Geschäftsbereichs Retail und Wholesale bei der SAP, im Gespräch mit silicon.de. Aus einer strategischen Zusammenarbeit mit der Karstadt Warenhaus AG kommt daher eine spezielle Funktion, die beispielsweise im Kleidungsbereich großer Handelsketten eingesetzt werden soll. ‘Fashion’ wird ihm zufolge sowohl im Store eingesetzt, als auch als Back-end-Unterstützung. “Eng an den Bedürfnissen des Kunden entlang bieten wir jetzt Funktionen, die ein blitzschnelles Reagieren auf allen Ebenen, bis hinunter zu Ständerpositionierung im Raum erlauben und so den Nachschub in der Verkaufsfläche nicht abreißen lassen”, sagt er.

Diese Funktion ist eine von mehreren Retail-Neuerungen, die “automatisch in SAPs ERP-Modul und allen entsprechenden SAP-Modulen integriert” ist. Sie kann aber im Store-Bereich auch als eigenständige Software eingesetzt werden. Dabei benötigten die Entwickler beim Hersteller und beim Kunden etwa 20.000 Manntage für die reine Entwicklungsleistung. Kabuth sieht damit gute Geschäfte auf die SAP zukommen: “Wenn die Retailer nicht gerade zu den Top Ten gehören, haben sie meist Eigenentwicklungen bei Lagerhaltung, Kasse und Präsentation im Haus; für die heute zu verarbeitenden Massendaten – schlechte Prognosemöglichkeit der Geschäftsentwicklung trifft auf unbekannte und daher unberechenbare Kunden – reicht das oft nicht mehr, hier hat der Retailbereich einen großen Nachholbedarf.”