Talfahrt der Roaming-Gebühren hat begonnen

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Auch nach der Ankündigung von Vodafone, die Roaming-Gebühren deutlich zu senken, hält die EU-Kommission an ihren Regulierungsplänen fest.

“Wir sind erfreut zu sehen, dass etwas, das vor einigen Monaten noch als unmöglich bezeichnet wurde, nun absolut möglich zu sein scheint”, sagte EU-Kommissarin Viviane Reading. Ungeachtet der Zugeständnisse werde man aber die geplante Regulierung der Roaming-Gebühren auf dem europäischen Mobilfunkmarkt weiter vorantreiben. Noch im Sommer werde die Kommission einen entsprechenden Regulierungsvorschlag vorlegen, der im nächsten Jahr in Kraft treten solle.

Zuvor hatte Vodafone angekündigt, die bei Auslandstelefonaten innerhalb der EU anfallenden Roaming-Gebühren ab April nächsten Jahres um bis zu 40 Prozent zu senken. Die durchschnittlichen Roaming-Kosten sollen so von derzeit mehr als 90 Cent auf unter 55 Cent sinken. Ab Oktober will Vodafone außerdem anderen europäischen Netzbetreibern für Gespräche innerhalb Europas nur noch einen Großhandelstarif von höchsten 45 Cent pro Minute zahlen.

Branchenbeobachter sehen Vodafones Ankündigung als ein Zeichen dafür, dass die Branche dem Druck der EU-Kommission nicht mehr standhalten kann. “Das ist der schlichte Versuch, der EU den Wind aus den Segeln zu nehmen”, sagte Ovum-Analyst Dan Bieler.

Zuvor hatte bereits die Deutsche Telekom eine Absenkung der Tarife für Auslandstelefonate angekündigt – ab Juni sollen die Preise für deutsche Kunden um rund 50 Prozent sinken. Kunden in Großbritannien gewährt T-Mobile einen Nachlass von 45 bis 54 Prozent. Auch der zu France Telecom gehörende Anbieter Orange hat bereits Preisnachlässe beim Roaming von maximal 25 Prozent versprochen.

Der Bundestagsausschuss für Verbraucherschutz will sich nun an diesem Mittwoch mit dem Thema Mobilfunkgebühren beschäftigen. “Nun besteht die Hoffnung, dass auch andere Mobilfunkanbieter nachziehen werden und ihrerseits die Gesprächsgebühren im Ausland deutlich senken könnten”, hieß es aus der CDU-Fraktion.