Die Vermessung des Internet

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Um nichts weniger als um eine Karte des Web geht es in einem Forschungsprojekt.

Dazu haben israelische Forscher mit Hilfe von 5600 Freiwilligen in knapp 100 Ländern, eine Topografie des Internet erstellt. Diese visualisiert, wie die einzelnen Knoten, die sich zum Internet zusammenschließen, untereinander kommunizieren.

Die Probanden müssen, um an dem Forschungsprojekt teilnehmen zu können, das Programm DIMES agent herunterladen, das über Ping und Traceroute die Messungen der Datenströme im Netz aufnimmt. Neben dem Zugriff auf eine ‘regionale’ Karte der Umgebung des Nutzers, sorge der DIMES agent für ein “gutes Gefühl” beim Anwender..

Damit wollen die Forscher ein möglichst umfassendes Bild über den Zustand des Webs bekommen. “Ein besseres Verständnis der Struktur des Internet ist für die Integration von Sprache, Daten- und Video-Streams sowie die Point-to-Point oder Point-to-Many-Verteilung von Informationen sehr wichtig”, erklärte Shai Carmi, Forscher der Bar Ilan Universität, gegenüber dem Magazin MIT Technology Review. Carmi hofft zum Beispiel einen evolutionären Prozess nachweisen zu können, der das Wachstum des Webs kontrolliert.

Jedoch könnte diese Forschungsarbeit auch praktischen Nutzen haben. So glaubt Crami, dass sich die Performance des Webs mit zusätzlichen Peer-to-Peer-Kommunikationen der Knoten untereinander noch verbessern ließe.

Derzeit stelle sich das Web als eine dichte Anhäufung von wichtigen Knoten dar. Diese werden von weniger stark verbundenen Knoten und isolierten Punkten umgeben. Daneben gebe es jedoch auch eine Schicht im Netz, die aus Knoten besteht, die in einer Peer-to-peer-Architektur verbunden sind sowie eigenständigen Knoten.  

So lasse sich beobachten, dass die Kommunikation der Knoten auch dann noch funktioniere, wenn zwischen sieben und acht mögliche Verbindungen zu anderen Knoten gekappt werden. Jedoch verlangsame diese Kappung natürlich die Kommunikation. Über diese alternativen Verbindungen ließe sich jedoch die Effizienz des Webs verbessern, weil es in den kritischen Knoten dann weniger häufig zu einem Datenstau komme, glaubt Crami.

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