Geschäftskritische Aufgaben noch ohne Open Source

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Open Source ist in vielen Datenzentren bereits ein alter Hut, bei kritischen Geschäftsanwendungen jedoch tun sich Linux und Co. noch etwas schwer.

So hat die Independet Oracle User Group (IOUG) in einer Studie erhoben, dass derzeit rund 13 Prozent der in dem Verband vertretenen Organisationen die Mehrzahl ihrer Anwendungen auf einer Open-Source-Plattform laufen lassen.

Immerhin wollen in den kommenden Monaten 46 Prozent der Unternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern den Einsatz quelloffener Produkte gemächlich weiter vorantreiben. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl derer, die auf quelloffene Technologien setzen, bereits um 30 Prozent gestiegen, so die Unisphere-Research-Studie mit dem Namen: ‘Open Source in the Enterprise: New Software Disrupts the Technology Stack‘.

Lediglich drei Prozent der Unternehmen gaben an, an  dieser Stelle das Engagement zurückfahren zu wollen. Die Autoren der Studie sehen zwar verstärkte Akzeptanz der Anwender für Open-Source-Produkte und das auch mehr oder weniger in allen Belangen des Datenzentrums – auch bei Datenbanken. Dennoch findet sich quelloffenes selten an den wirklich geschäftskritischen Anwendungen der Unternehmen, sondern hauptsächlich in der Peripherie.

So erklärten lediglich zehn Prozent, dass Unternehmensanwendungen auf dem Rücken von Open-Source-Systemen laufen oder mit solchen Systemen interagieren. In der Produktion setzten ebenfalls lediglich 14 Prozent auf quelloffene Produkte. Von diesen 14 sind mit 46 Prozent knapp die Hälfte selbstentwickelte Applikationen.

Vor allem bei kleineren Anwendern sei die Bereitschaft, sich der neuen Technologie anzunehmen, etwas höher, so die Autoren der Studie. Solche Organisationen würden hauptsächlich von den niedrigeren Kosten und der Freiheit, die das Distributionsmodell von Open Source verspricht, angezogen. Auch der Support, den die Community bereitstelle, sei für kleinere Unternehmen ein zusätzliches Argument. Jedoch genau der mangelnde Support sowie Sicherheitsthemen sind es, die größere Unternehmen vom Einsatz zurückschrecken lassen.

Und so sind es meist begrenzte Projekte sowie Test- oder Entwicklungsumgebungen, in denen Unternehmen Open Source einsetzen. Ein Drittel der befragten Oracle-Anwender etwa setzt Open-Source-Datenbanken ein. Jedoch auch hier meist zum Testen oder als Datenbanken für interne Entwicklungen.

So nutzen 60 Prozent bei Web Servern und Betriebssystemen Apache, Linux oder FreeBSD. Zu Produkten wie JBoss oder Tomcat greifen noch etwa 45 Prozent der Unternehmen. 35 Prozent setzen noch Datenbanken wie PostgreSQL oder MySQL ein.  Die Strategie großer Datenbank-Hersteller wie IBM oder Oracle, mit kleinen Versionen oder Express-Editionen gegen die Verbreitung von Open-Source-Datenbanken vorzugehen, scheint laut den Zahlen der vorliegenden Studie nicht aufgegangen zu sein. Denn 56 Prozent der Unternehmen, die mit den abgespeckten Versionen arbeiten, haben parallel auch noch MySQL laufen. 22 Prozent sind es, die auf PostgreSQL setzen.

Rund 30 Prozent der Unternehmen verwenden Entwicklertools wie Eclipse oder NetBeans. Auf quelloffene Frameworks wie Struts oder Spring verlassen sich derzeit noch 21 Prozent der Unternehmen. Anwendungen auf dem Desktop, wie etwa OpenOffice, sind bei 13 Prozent im Einsatz, ebensoviel wie Systems-Managements wie Nagios oder OpenNMS. Anwendungen wie SugarCRM oder Alfresco kommen nur bei vier Prozent der Unternehmen vor. Mail-Systeme wie Zimbra oder OpenXchange laufen bei einem Prozent der befragten Oracle-Anwender. Derzeit verzichten neun Prozent gänzlich auf quelloffene Technologien im Unternehmen.

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