Virtualisierung im RZ wird zur Schicksalsfrage für die IT

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Die Rivalen Cisco Systems und Brocade haben beinahe zeitgleich Lösungen vorgestellt, die das Rechenzentrum (Data Center, RZ) umkrempeln sollen. Binnen eines Jahres sollen die Kunden das Konzept verstehen und mitziehen.

Virtualisierung soll so manches einfacher machen. Dazu gehört aber auch eine neue Architektur und Strategie für die Kunden. Bei Cisco heißt sie Data-Center-3.0 und ist für den Anfang der Woche vorgestellten Nexus 7000 konstruiert. Diese Switching-Plattform ist für Ethernet und Speichernetze ausgelegt und schafft 15 Tbit/s. Nexus soll Storage- und IP-Networking in einer gemeinsamen Unified Fabric vereinen. Die Speicher- und Server-Ressourcen sollen dadurch intensiver genutzt werden können.

In diesem Rahmen sorgt die Idee, das RZ nach den Maßstäben des Data Center 3.0 aufzubauen für mehr Leistung, versprach der Hersteller. Bei der angestrebten “servicezentrierten Hochleistungs-Plattform für alle noch so anspruchsvollen Geschäftsanwendungen” soll das Netzwerk die Schlüsselrolle übernehmen. Hier soll die Intelligenz und vor allem der neue Trend Virtualisierung sitzen und wirken. Von hier aus soll das Netzwerk die Geschäftsprozesse bedarfsgerecht mit virtuellen IT-Ressourcen versorgen, erklärte Cisco die Vision. Nicht ohne zu erwähnen, dass diese Architektur und die Fabric-Entwicklung den Konzern innerhalb der vergangenen vier Jahre mehr als eine Milliarde Dollar an Investitionen gekostet haben.

Brocade nennt seinen Ansatz ‘Data Center Fabric’. Der Storage-Spezialist geht folgerichtig von der Speicherseite aus an die Sache heran. Passend dazu gibt es auch hier einen Switch, den DXC-Gateway, der ebenfalls dieser Tage vorgestellt wurde und bereits erste Kunden interessieren soll.  Für die sich entwickelnden Datenzentren wartet der kalifornische Konzern mit einer Architektur auf, die daten- und netzwerkzentriert aufgebaut sein soll. Das heißt: mehr Kostenoptimierung, Energieeffizienz und einfachere Verwaltung. Auch hier steht aber die Netzwerkseite im Mittelpunkt.

 “Virtualisierung und ihre Produkte zwingen die Datenzentren schnell in eine Richtung, in der sie 8 Gbit/s Durchsatz benötigen”, sagte Fritz Hartmann, Regional SE Manager für Deutschland und die Schweiz bei Brocade. Und genau mit diesem Tempo will Brocade in einem Jahr einen deutlichen Wettbewerbsvorsprung erreicht haben, so der Manager auf einer Veranstaltung in München.

Immerhin haben ihm zufolge derzeit 44.000 Kunden weltweit Direktoren der Brocade-Produktfamilien (also auch die alte McData-Palette) in Betrieb. Brocade will mit dem neuen Ansatz erreichen, dass “25 bis 40 Prozent von ihnen auf die neue Architektur und die neue Fabric migrieren”.  Dabei wird die Migration durch die enge Zusammenarbeit der neuen Technik mit der Bestandstechnik erreicht. Und diese enge Integration soll zur Reduktion von Ressourcen und damit zu effektiver Green IT führen, versprach er.

Die neue Data Center Fabric trägt dazu bei, indem sie die Konnektivität im RZ vereinfacht. Storage Area Networking und Server-zu-Server-Clustering werden zu einer einzigen konvergierenden Struktur verknüpft, versprach der Hersteller. So soll sie sich der Dynamik der Virtualisierung im Server- und Speicherfeld besser anpassen und der Daten- und Anwendungs-Explosion gegensteuern. dazu gehören intelligente Switches, beziehungsweise Gateways, die verschiedene Aufgaben wahrnehmen können und mit allen Protokollen klarkommen. Die Kunden, so hoffen beide Giganten, werden im Laufe des Jahres merken, dass es ohne Virtualisierung im RZ nicht mehr geht.