Eine Flut an Microsoft-Patenten

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Mit einer wahren Flut von 500 Neuanträgen in den letzten zwei Monaten beim US-Patentamt entwickelt sich der Softwareriese Microsoft immer mehr zur Patentfabrik.

Während die Patentschwemme an sich bisher wenig Aufmerksamkeit erhalten hat, hat besonders eines der von Microsoft eingereichten Patente kürzlich für Schlagzeilen gesorgt. Dabei ging es um eine Technologie, die einen Computer befähigt, auf den Herzschlag, Blutdruck und Gesichtausdruck einer Person zu reagieren. Kritiker warnten, dass Arbeitgeber so die Möglichkeit zur totalen Überwachung der Angestellten bekommen würden.

Microsoft betonte aber, dass damit ein wichtiges und sinnvolles Hilfssystem entwickelt werden solle. “Diese Anwendung soll dazu dienen Individuen zu beobachten, um dann auf Grund solcher Fakten wie Herzschlag und Blutdruck zu bestimmen, ob sie Hilfe benötigen. Und dann können sie mit Personen in Verbindung gebracht werden, die ihnen diese Hilfestellung leisten können”, erklärte Horacio Gutierrez, Microsofts Vizepräsident für geistiges Eigentum.

Microsofts Patentvorstoß hat mehrere Gründe. Einer ist der generelle Wettbewerb. Mit Patenten kann das Unternehmen sicherstellen, dass seine Konkurrenten keinen Zugriff auf wichtige Innovationen bekommen. Einige von Microsofts kürzlich veröffentlichten Patentanmeldungen betreffen zum Beispiel Such- und Werbefunktionen, Bereiche in welche das Unternehmen derzeit viel investiert um gegenüber Google aufzuholen.

Darüber hinaus hat Microsoft vor einigen Jahren angefangen vermehrt geistiges Eigentum zu lizenzieren um damit Umsatz zu erzielen. Somit schließt das Unternehmen in letzter Zeit auch vermehrt Cross-Licensing Deals ab, den jüngsten mit JVC.

Zu der Vielzahl an Patenten gehören auch Hardware-Designs wie eine abwaschbare Tastatur oder Maus. Und ein anderes betrifft die so genannte gemanagte Kopie, die es mit Digital Rights Management (DRM) ermöglicht CDs oder DVDs für das Abspielen in verschiedenen digitalen Geräten zu kopieren.

Gemessen an der Anzahl liegt Microsoft mit 1637 Patenten im Jahr 2007 nur auf Platz drei der US-Patentstatistik, hinter IBM und Intel. Gemessen am Erfindungsreichtum der Patente wurde der Softwareschmiede letzten Dezember von der IEEE allerdings der erste Platz eingeräumt. Nach Ansicht der IEEE verfügt kein Unternehmen über qualitativ hochwertigere und wissenschaftlich bedeutendere Patente als Microsoft.