Informatica: Beständigkeit dank Unabhängigkeit

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Während ringsum die Wettbewerber aufgekauft werden, bleibt der Datenintegrator Informatica eigenständig. Sehr zum Vorteil der Kunden, zeigt sich Chris Boorman, Chief Marketing Officer, im Interview mit silicon.de überzeugt.

silicon.de: Herr Boorman, die Konsolidierung im Markt für Middleware ist im vollen Gange. Rund um ihr Unternehmen werden Wettbewerber der Reihe nach aufgekauft. Zuletzt BEA von Oracle. Was halten Sie denn davon?

Chris Boorman: In der Industrie ist derzeit eine andauernde Umwandlung festzustellen, Kunden müssen sich auf ständig neue Situationen einstellen: Plötzlich ist der Anbieter, mit dem Sie zusammengearbeitet haben, aufgekauft worden. Oder andere Konsolidierungen oder Übernahmen machen ihnen einen Strich durch die Rechnung. Für uns bei Informatica ist das eine gute Sache – als Datenintegrator helfen wir Unternehmen dabei, ihre Daten und Anwendungen trotz aller Widrigkeiten am Laufen zu halten.
 
silicon.de: Sie begrüßen also den Kauf von BEA?

Boorman: Ich hab da überhaupt kein Problem damit. Das wichtigste für ein Unternehmen sind Informationen. Diese stellen das Blut der Branche und die Währung des 21. Jahrhunderts dar. Und Anwender suchen nach vertrauenswürdigen und neutralen Partnern, die den Zugang zu Informationen aufrecht erhalten. Das verringert ihr Risiko, selbst während all dieser andauernden Veränderungen ins Straucheln zu geraten.
 
silicon.de: Und einer dieser vertrauenswürdigen und neutralen Partnern ist natürlich… Informatica, richtig?

Boorman: Absolut. Wir sind nicht nur vertrauenswürdig und neutral sondern auch unabhängig! Über die Branche ist gerade eine Konsolidierungswelle geschwappt, BEA und Oracle sind nur die jüngsten Beispiele. Bei den Anwenderfirmen da draußen finden Sie aber eine ganze Reihe von Technologien im Einsatz, von vielen verschiedenen Anbietern wie Oracle, Microsoft, IBM, SAP oder HP, um nur einige zu nennen. Wir haben Partnerschaften zu all diesen Anbietern aufgebaut und sind daher in der Lage, all diese verschiedenen Quellen einzubinden. Zusätzlich aber ändern sich auch die anbieterunabhängigen Einflüsse – On-Demand-Software wird groß und damit entstehen neue Probleme, diese Art von Daten in das Firmensystem einzubinden. All das können wir managen.
 
silicon.de: Damit spielen Sie wohl auf Ihre Partnerschaft mit Salesforce.com an, die Informatica im März 2007 bekannt gegeben hat. Sie waren vor Informatica selbst bei Salesforce.com beschäftigt, als Vize President für das Marketing auf EMEA-Ebene. Waren Sie etwa selbst am Zustandekommen des Deals beteiligt?

Boorman: Nein, war ich nicht. Damit hatte ich nichts zu tun (lacht).
 
silicon.de: Aber Sie sind heute zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Salesforce.com?

Boorman: Ja, sehr. Das interessante daran ist, dass bei On-Demand-Angeboten die Daten über die Grenzen der Firewalls hinaus aus dem Unternehmen abwandern. Diese Daten einzufangen und einzubinden ist eine sehr reizvolle Aufgabe für uns.
 
silicon.de: In den USA wurde Informatica vor wenigen Tagen von einem US-Mediendienst zu einer der 12 Firmen gekürt, die 2008 am meisten Einfluss auf “the intelligent enterprise” haben.

Boorman: Das macht uns natürlich stolz. Wir wurden vermutlich gewählt, weil ein intelligentes Enterprise-Unternehmen das Maximale aus seinen Investitionen herausholt. Seinen Kundendienst verbessert. Seine Entscheidungen schneller und auf profunderer Basis als bislang trifft. Übernommene Firmen besser einbettet. Das funktioniert nur über eine bessere Einbindung von Daten. Und da kommen wir ins Spiel.
 
silicon.de: Meine Frage lautet nun: Wer entscheidet, ob ein Enterprise-Unternehmen ‘intelligent’ oder ‘dumm’ genannt wird?

Boorman: Gute Frage (lacht). Da müssen Sie wohl die Jury fragen.