Microsoft vermarktet Facebook in Deutschland

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Microsoft Digital Advertising Solutions, die Abteilung der Microsoft Corporation für digitales Marketing, übernimmt im Februar die Vermarktung der Social-Networking-Plattform Facebook in Deutschland.

Das Sales-Team von Microsoft wird exklusiv Bannerwerbung für deutsche Anwender vermarkten. Gleichzeitig übernimmt Microsoft die Aufgabe des exklusiven Fremdvermarkters auf internationaler Ebene für Facebook. Deutsche Werbetreibende können sich ab dem 4. Februar an Microsoft Digital Advertising Solutions wenden. Im Angebot stehen Display-Formate wie Skyscraper und Superbanner. Dabei werden nur jene Nutzer von Facebook beliefert, die sich mit einer deutschen IP-Adresse in das Social Network einloggen.

Facebook hat nach eigenen Angaben rund 34 Millionen Nutzer. Bereits Ende Oktober des vergangenen Jahres vereinbarten Microsoft und Facebook eine strategische Partnerschaft. In diesem Rahmen ist Microsoft mit 1,6 Prozent an Facebook beteiligt, was einem Wert von rund 240 Millionen Dollar entspricht.

Kurz nach dem Deal vom Microsoft mit Facebook traten jedoch Datenschützer auf den Plan. Sie und viele Nutzer beanstanden, dass die Anbieter für ihre “soziale Werbung” Daten über das individuelle Surfverhaltens der einzelnen Nutzer einsetzen. Facebook sammelt Daten nämlich auch dann, wenn sich die Mitglieder auf bestimmten Seiten außerhalb der Community bewegen. “Generell besteht das Hauptproblem darin, dass solche Plattformen häufig in den USA ansässig sind und damit nicht unter EU-Recht fallen. Es gilt somit kein EU-Datenschutzrecht, außer der Betreiber ist hierzulande mit einer Niederlassung vertreten”, erläuterte der Datenschutzexperte Hans Zeger, Obmann der Arge Daten, im November.

Der Facebook-Datenschutzbeauftragte Chris Kelly erklärte gegenüber dem Wall Street Journal, die Werbeaktivitäten seien ausreichend transparent. Einerseits würden die Nutzer bei Kauf- und Bestellvorgängen auf Partnerseiten auf die Weitergabe von Informationen hingewiesen und könnten dem per Mausklick widersprechen. Andererseits erscheine auch beim nächsten Einloggen auf der Plattform eine Benachrichtigung, bei der der Veröffentlichung von Kaufinformationen erneut zugestimmt werden muss. Doch laut Datenschützern erscheine diese Nachricht nur ganz kurz als Pop-Up und könne sehr leicht übersehen werden.