RealPlayer als Spyware gebrandmarkt

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Die Organisation StopBadware hat zwei Versionen des Multimedia-Tools RealPlayer als Bad- beziehungsweise Spyware gekennzeichnet.

Denn mit der Version 10.5 teilte der Hersteller offenbar die Tatsache nicht mit, dass zusammen mit dem RealPlayer auch eine Werbe-Software auf dem Rechner installiert wird. Bei der Installation des RealPlayers 11 “werde nicht mitgeteilt, dass es die Engine der Software Rhapsody Player installiert und auch mit der Deinstallation des RealPlayer werde diese nicht vom Rechner entfernt”, wie StopBadware.org mitteilt.

Das Projekt, das von der Harvard Law School, der Oxford University sowie des Consumer Reports WebWatch betrieben wird, rät den Anwendern, beide Versionen nicht zu installieren, es sei denn man habe kein Problem mit den von dem Projekt beschriebenen Verhaltensweisen, oder aber der Hersteller halte sich künftig an die Empfehlungen des Projekts.

Ein Sprecher von RealPlayer relativiert diese Vorwürfe. So würde das so genannte Message Center in der Version 10.5 lediglich Nachrichten, Videos sowie Produktaktualisierungen laden. Werbung habe hier keinen Platz. Bei der Version 10.5 ist diese Funktion voreingestellt. Das bedeutet, dass Anwender von sich aus das Feature deaktivieren müssen.

Die Installation der Rhapsody ActiveX-Komponenten seien nötig, damit der RealPlayer 11 auch Medien Rhapsody-Format  abspielen kann. Der Sprecher gestand jedoch, dass mit der Deinstallation des RealPlayers auch die Rhapsody-Engine vom System entfernt werden sollte. Nun Prüfe der Hersteller, ob diese Änderung in einer der nächsten Versionen umgesetzt werden könne.

“Software-Hersteller sind in der Verantwortung, Nutzer klar und unzweideutig darüber zu informieren, welche Software auf ihrem Rechner installiert wird und was diese Software tut”, so Maxim Weinstein, Manager bei StopBadware.org. RealNetworks erlaube dem Anwender hingegen keine informierte Auswahl dessen, wofür die Rechner genutzt werden. “Wir hoffen, dass die nächste Version des RealPlayer bald diese Bedenken ausräumen kann”, erklärt Weinstein.

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