Motorola erwägt Abspaltung der Handy-Sparte

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Am Donnerstag hat Motorola nach Börsenschluss Überlegungen bekannt gegeben, wonach sich das Unternehmen im Rahmen der Umstrukturierung seines Handy-Geschäftes von diesem Unternehmensbereich trennen will.

In einer Erklärung hat Motorola von der Sondierung “strategischer Alternativen” gesprochen, zu denen auch die Abtrennung des Handy-Geschäftes vom restlichen Unternehmen gehöre. “Wir suchen nach Wegen, um die Erholung unseres Geschäftes mit mobilen Geräten zu beschleunigen und unseren Anlegern dieses Geschäft schmackhaft zu machen”, sagte Greg Brown, CEO und Präsident von Motorola.

Das Unternehmen, das den Mobilfunkmarkt seit den Achtzigern maßgeblich mit gestaltet hat, musste sich zuletzt mit einem Marktanteil von 12 Prozent zufrieden geben. Brown sieht allerdings weiterhin das Potential zur Markführerschaft der Marke Motorola. Mit der Abspaltung könne jeder Geschäftsbereich für sich wachsen und seine Kunden besser bedienen, ergänzte Brown.

Weitere Details über die Absichten von Motorola wurden bisher nicht bekannt. Diese würden folgen, sobald der Aufsichtsrat einer Lösung zugestimmt hat oder die Überlegungen abgeschlossen seien, hieß es in einer Unternehmensmitteilung.

Erst letzte Woche hatte Motorola mitteilen müssen, dass die krankende Handy-Sparte mehr Zeit zur Erholung benötigt und man weitere Verluste beim Umsatz und bei den Marktanteilen erwartet. Nun sieht es so aus, als würde der größte Einzelaktionär von Motorola, Carl Icahn, recht behalten. Der Aktivist für die Rechte von Anlegern fordert seit etwa einem Jahr die Abspaltung des Handy-Geschäftes.

“Seit mehreren Monaten habe ich für die Separierung des Handys von Motorolas übrigem Geschäft geworben”, kommentierte Icahn den Vorstoß des Unternehmens. “Ich freue mich zu hören, dass sich Motorola endlich für meinen Vorschlag interessiert.”

Die Börse hat die Pläne von Motorola positiv aufgenommen. Im nachbörslichen Handel stieg der Preis der Motorola-Aktie um gut 10 Prozent auf 12,65 Dollar. Analysten sehen aber auch die Gefahr, dass mit dem Verkauf der Markenname Motorola, der heute fast ausschließlich für die Mobilfunkgeräte steht, für die anderen Produkte des Unternehmens verloren geht.