OOXML: Missbrauchsverfahren gegen Microsoft

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Bereits vor knapp einem halben Jahr hatte die Free Software Foundation die vermeintliche Einflussnahme von Microsoft auf den Standardisierungsprozess von Office Open XML kritisiert.

Nun wollen sich auch die Behörden um diese Vorwürfe kümmern. Die EU-Kommission hatte im Januar nun ein Missbrauchsverfahren gegen Microsoft angestrengt. Es soll geprüft werden, ob der Konzern auf das Standardisierungsverfahren für den Microsoft-Standard Office Open XML, oder kurz OOXML, auf unlautere Weise Einfluss genommen hat. Wie das Wallstreet Journal berichtet, soll die EU Microsoft nun diesbezüglich um Informationen gebeten haben.

Dabei soll die Frage geklärt werden, ob und auf welche Weise das Unternehmen auf die einzelnen Ländergremien Einfluss genommen oder Druck ausgeübt hat. Angeblich habe Microsoft etwa in Kolumbien, Mexio, USA oder Italien Stimmen gekauft.

In einem Bericht der EU heißt es, dass auf diese Weise etwa in dem italienischen Gremium die Zahl der Mitglieder von sechs auf 85 angewachsen ist. Zu den Vorwürfen heißt es aus Redmond trocken, dass man mit der Kommission kooperieren werde.

Microsoft hat OOXML bereits durch das Gremium ECMA standardisieren lassen. Dennoch hat das freie Format OpenDocument Format (ODF) den gerade im behördlichen Umfeld entscheidenden Wettbewerbsvorteil durch die International Organization for Standardization als Standard anerkannt zu sein. Nun versucht Microsoft mit aller Macht gleichzuziehen und die eigene Technologie ebenfalls standardisieren zu lassen.

Der Zeitpunkt für die Intervention aus Brüssel kommt ungelegen, denn bereits in den kommenden Wochen soll in Genf abschließend über den Standard entschieden werden.

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